Kaminfegerkinder
Kaminfegerkinder wurden ab dem 16. Jahrhundert jene Kinder genannt, die aus wirtschaftlichen Gründen gezwungen waren, ihr familiäres Umfeld zu verlassen, um durch Europa ziehend als Schornsteinfeger zu arbeiten. Diese Form von Kinderarbeit rekrutierte sich vor allem aus den ärmlichen Gegenden des Alpenraums, aber auch aus anderen strukturschwachen Gegenden Europas. Besondere Bekanntheit erlangten die Kaminfegerkinder aus dem Tessin, dem italienischen Val Vigezzo – dort rüsca genannt –, aus den Tälern Cannobina und Orco – die sogenannten gògn –, die gâillo aus dem Aostatal und die stoinoti aus dem italienischsprachigen Teil Tirols.
- ↑ Linus Bühler: Die Bündner Schwabengänger und die Tessiner Kaminfegerkinder. S. 169.
- ↑ Benito Mazzi: Hunger, Ruß und Kälte. Der große Roman der Schornsteinfeger. Valle d’Aosta, Valle Orco, Val Cannobina, Val Vigezzo, Kanton Tessin. Priuli & Verlucca, Scarmagno 2013, S. 13.
- ↑ Brunamaria Dal Lago Veneri: Spazzacamini e servette: Una servitù stagionale. In: Corriere del Trentino. 12. Mai 2013, S. 13 (PDF)