Kapp-Putsch

Der Kapp-Putsch (auch Kapp-Lüttwitz-Putsch, selten Lüttwitz-Kapp-Putsch) vom 13. März 1920 war ein nach 100 Stunden (am 17. März) gescheiterter, konterrevolutionärer Putschversuch gegen die infolge der Novemberrevolution geschaffene Weimarer Republik und ihre demokratische Staatsordnung. Anführer war der Reichswehrgeneral Walther von Lüttwitz, der von dem ehemaligen kaiserlichen General Erich Ludendorff unterstützt wurde. Der als Reichskanzler vorgesehene preußische Generallandschaftsdirektor Wolfgang Kapp und seine „Nationale Vereinigung“ spielten dagegen nur eine Nebenrolle.

Das Vorgehen der Putschisten und die Weigerung der Reichswehrführung, diese zu bekämpfen, zwang die sozialdemokratischen Mitglieder der Reichsregierung zur Flucht aus Berlin und brachte das Reich an den Rand eines Bürgerkrieges. Entscheidend für das Scheitern der Aktion war der größte Generalstreik der deutschen Geschichte, der die Putschregierung jeder Handlungsfähigkeit beraubte. Auch die Verweigerung eines Teils der Regierungsbürokratie und die Uneinigkeit der Militärs über die Ziele des Putschs trugen zu dessen Misslingen bei.

Die gegen Demokratie und Republik eingestellten Putschisten waren zumeist aktive Reichswehrsoldaten oder ehemalige Angehörige der alten, kaiserlichen Armee und Marine sowie der reaktionären Freikorps, die sich nach dem Ersten Weltkrieg gebildet hatten. Insbesondere tat sich die Marinebrigade Ehrhardt während des Putschversuchs hervor. Zu deren zivilen Unterstützern gehörten vor allem völkisch-nationalistisch gesinnte Mitglieder der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP).

  1. Der Militärputsch 1920 (Lüttwitz-Kapp-Putsch). LeMO (DHM und HdG)