Kare-san-sui

Kare-san-sui (jap. 枯山水, dt. „trockene Landschaft“ bzw. 涸山水 „ausgetrocknete Landschaft“), auch Kasansui (仮山水 „unechte Landschaft“), Furusansui (故山水 „alte Landschaft“) oder Arasensui (乾泉水 „Trockenteich“), ist ein japanischer Steingarten, eine Sonderform des japanischen Gartens. Diese umgangssprachlich häufig auch Zengarten genannte Gartenform bezeichnet man auch als „Trockengarten“ oder „Trockenlandschaftsgarten“, da sie lediglich aus Kies, Steinen und Felsbrocken besteht. Mit Ausnahme von Moos werden keine Pflanzen verwendet. Wasser ist durch wellenförmige Strukturen in Kies- oder Sandflächen angedeutet.

Sowohl das Rechen dieser Felsengärten durch Zen-Mönche und -Nonnen als auch die Betrachtung der Kare-san-sui gilt im Zen-Buddhismus als Teil der Meditation.

Der Zen-Buddhismus wurde gegen Ende des 12. Jahrhunderts in Japan eingeführt und erfreute sich rasch großer Beliebtheit, insbesondere unter den Samurai und Kriegsherren, die seine Lehren der Selbstdisziplin sehr schätzten. Die Gärten der frühen Zen-Tempel in Japan wiesen eine Ähnlichkeit zu den chinesischen Gärten jener Zeit auf, die durch die Anwesenheit von Seen und Inseln gekennzeichnet waren. Im 14. und 15. Jahrhundert entstand in Kyoto an den bedeutenden Zen-Tempeln eine neuartige Gartenart. Die Zen-Gärten waren so konzipiert, dass sie die Meditation fördern. Michel Baridon stellte fest, dass die Natur, wenn man sie auf ihre abstrakten Formen reduzierte, die tiefsten Gedanken durch ihre einfache Anwesenheit vermitteln konnte. „Die Steinkompositionen, die bereits in China üblich waren, wurden in Japan zu wahren versteinerten Landschaften, die in der Zeit zu schweben schienen, wie in bestimmten Momenten des No-Theaters, das aus der gleichen Zeit stammt.“

  1. Michel Baridon: Les jardins: paysagistes, jardiniers, poètes (= Bouquins). R. Laffont, Paris 1998, ISBN 978-2-221-06707-9, S. 472 (französisch, Ursprungstext von en-WP Stand 24.04.2025).