Karl Jug
Karl Jug (* 12. September 1939 in Essen; † 3. April 2023) war ein deutscher Theoretischer Chemiker. Er war von 1975 bis 2004 Professor an der Universität Hannover und gehörte zu der Generation von Theoretikern, die die Theoretische Chemie und Computerchemie an deutschen Universitäten etabliert haben.
International bekannt ist K. Jug in Fachkreisen vor allem durch die Entwicklung semiempirischer Integralnäherungen zur Berechnung des quantenchemischen Grundzustandes molekularer Elektronensysteme. Anfang der 1970er Jahre entwickelte er die SINDO-Methode, die seitdem schrittweise erweitert und verbessert wurde, um Struktur und Dynamik von großen Molekülen sowie chemische Reaktionen und Festkörperprozesse einer großen Zahl chemischer Elemente simulieren zu können. In Verbindung mit der Ausarbeitung und Anwendung semiempirischer Methoden sind von K. Jug theoretische Grundsatzfragen der Valenz insbesondere der Aromatizität geklärt, typische Reaktionsmechanismen der organischen Chemie einschließlich photochemischer Reaktionen untersucht und das Zyklische Cluster-Modell für Festkörper entwickelt worden.
Eine von Jug seit 2007 aufgebaute Internet-Datenbank zur akademischen Genealogie der Theoretischen Chemie (Theoretical Chemistry Genealogy Project) reicht bis in das 17. Jahrhundert zurück und stellt für Chemie-Historiker eine bedeutende Quelle dar.
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