Karthagisches Reich
Das Karthagische Reich war das Macht- und Einflussgebiet einer See- und Handelsmacht, deren Einwohner auch als Punier bezeichnet werden und deren Zentrum die Stadt Karthago bildete. Diese wurde im 9. oder 8. Jahrhundert v. Chr. als Tochterstadt von Tyros gegründet. Karthago war wohl von Beginn an eine städtische Seemacht und ging mit dem Anwachsen seiner Bevölkerung in ein selbstständiges Seereich über, das von der Mitte des 7. bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. bestand. Gewissermaßen als Symbol für das Karthagische Reich kann das Zeichen der (Reichs-)Göttin Tanit gelten, dass man auf vielen Stelen, zum Beispiel in Verbindung mit Topheten, gefunden hat.
Karthago hat die drei Punischen Kriege mit Rom geführt. Zwischen dem Ersten und Zweiten Punischen Krieg ereignete sich der Libysche Krieg, ein Bürgerkrieg, durch den Rom enorme Gebietsgewinne (Sardinien und Korsika, Festigung der ersten Provinz Roms, nämlich Sizilien) erhielt, ohne direkt beteiligt gewesen zu sein. Im Rahmen des Zweiten Punischen Krieges überquerte Hannibal mit einer Armee die Alpen und führte siebzehn Jahre lang auf der Apenninischen Halbinsel gegen das Römische Reich Krieg. Mit dem Ende des Dritten Punischen Krieges kam es zur Zerstörung Karthagos durch die Römer im Jahre 146 v. Chr. Danach wurde das Mutterland als Provinz Africa proconsularis dem Römischen Reich einverleibt. Dort wie auch in den anderen ehemals karthagischen Gebieten prägten aber auch in den folgenden Jahrhunderten noch Elemente der karthagischen Kultur das Leben.