Kartoffelvirus Y

Kartoffelvirus Y

EM-Aufnahme der
Virionen von PVY.

Systematik
Klassifikation: Viren
Realm: Riboviria
Reich: Orthornavirae
Phylum: Pisuviricota
Klasse: Stelpaviricetes
Ordnung: Patatavirales
Familie: Potyviridae
Gattung: Potyvirus
Art: Potato virus Y
Taxonomische Merkmale
Genom: ss(+)RNA
Baltimore: Gruppe 4
Symmetrie: helikal
Hülle: keine
Wissenschaftlicher Name
Potato virus Y
Kurzbezeichnung
PVY
Links
ICTV Taxon History: 201904670
NCBI Taxonomy: 12216
ViralZone (Expasy, SIB): 50 (Genus)

Kartoffelvirus Y (englisch Potato virus Y, PVY; Spezies Potyvirus yituberosi) ist ein Virus der Gattung Potyvirus pflanzenpathogener Viren aus der Familie Potyviridae. Das Kartoffelvirus Y ist eines der wichtigsten Pflanzenviren, die die Kartoffelproduktion beeinflussen.

Einzelne Stämme von PVY infizieren viele wirtschaftlich wichtige Pflanzenarten in der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae). Dazu gehören neben der Kartoffel (Solanum tuberosum) auch Tabak (Nicotiana tabacum), Tomate (Solanum lycopersicum) und Paprika (Capsicum annuum).

Das Ausmaß der Schäden an den Kulturen wird bestimmt durch den PVY-Stamm, der die Pflanzen infiziert, die Viruslast, den Zeitpunkt der Infektion sowie die Toleranz des Wirts gegenüber dem Virus. Die Resistenz der Wirte gegenüber PVY-Infektionen ist in vielen Fällen gering.

Eine PVY-Infektion von Kartoffelpflanzen (Solanum tuberosum) führt je nach Virusstamm zu einer Vielzahl von Symptomen. Das mildeste dieser Symptome ist ein Produktionsverlust, das schädlichste jedoch ist die Kartoffelringfäule („Ringnekrose der Kartoffelknollen“, englisch potato tuber necrotic ringspot disease, PTNRD). Nekrotische Pusteln (en. ringspots) machen die Kartoffeln unverkäuflich und können daher zu erheblichen Einkommenseinbußen in der Landwirtschaft führen. Die Infektion eines Kartoffelfeldes mit PVY kann letztlich zu 10–100 % Ertragsverlusten führen. PVY ist damit das möglicherweise zerstörerischste aller Kartoffelviren. Eine weitere durch einen PVY-Stamm hervorgerufene Kartoffelkrankheit ist die Strichelkrankheit.

Beim Tabak wird die Tabakrippenbräune durch einen PVY-Stamm hervorgerufen.

PVY wird übertragen durch Blattläuse als Vektoren, kann aber auch im Saatgut (Pflanzkartoffeln) dormant (ruhend) verweilen. Die Verwendung der gleichen Kartoffellinie für die Produktion von Pflanzkartoffeln über mehrere aufeinanderfolgende Generationen kann daher zu einem progressiven Anstieg der Viruslast und damit zu Ernteverlusten führen. Daneben kann PVY auch mechanisch durch Maschinen, Werkzeuge, Beschädigung der Pflanzen beim Begehen des Feldes oder der Ernte übertragen werden.

  1. Mahmoud Hamdy Abd El-Aziz: The Importance of Potato virus Y Potyvirus, in: J Plant Sci Phytopathol. 2020; 4, S. 9–15.
  2. 1 2 3 4 5 ICTV: ICTV Master Species List 2019.v1 (Memento des Originals vom 2. August 2022 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., New MSL including all taxa updates since the 2018b release, March 2020 (MSL #35)
  3. ICTV: Taxonomy Browser.
  4. ICTV: Virus Metadata Resource (VMR).
  5. J. G. McDonald, R. P. Singh (1996). Host range, symptomology and serology of isolates of Potato virus Y (PVY) that share properties with both the PVYN and PVYO strain groups. In: Amer. Pot. J. 73, S. 309–314
  6. 1 2 M. Warren, F. Krüger, A. S. Schoeman (2005): Potato virus Y (PVY) and potato leaf roll virus (PLRV), Literature review for potatoes South Africa. Department of Zoology and Entomology, Faculty of Natural and Agricultural Sciences, University of Pretoria.
  7. Dirk Stephan: Molekulare Charakterisierung von Beet mild yellowing virus (BMYV) und Beet chlorosis virus (BChV) sowie Selektion von BMYV Amlicon-transgenen Nicotioana benthamiana, Dissertation im Fachbereich Gartenbau der Uni Hannover, Februar 2005
  8. Jahresbericht 1992, OpenAgrar
  9. C. W. Ward, D. D. Shukla (1991): Taxonomy of potyviruses: current problems and possible solutions. In: Intervirology 32, S. 269–296, doi:10.1159/000150211, PMID 1657820