Kastell Boiodurum

Kastell Passau-Innstadt/Rosenau
Alternativname Boiodurum,
Boiodoro,
Bolodurum,
Boioduru
Limes Limes Noricus
Abschnitt Strecke 4
Datierung (Belegung) domitianisch,
Ende 1. Jahrhundert n. Chr. bis
Mitte 3. Jahrhundert n. Chr.
Typ Reiter- und Kohortenkastell ?
Einheit * Alae ?,
* Numerus Boiodurensium ?,
* Cohors V Breucorum cR eq ?
Größe ca. 1,3 ha
Bauweise Holz-Erde, Stein
Erhaltungszustand rechteckige Anlage mit abgerundeten Ecken, Toren und Zwischentürmen,
Nordseite vom Inn abgetragen,
oberirdisch nicht sichtbar, teilweise mit modernen Aufbauten bedeckt,
teilweise folgen die modernen Strukturen dem alten Mauerverlauf,
archäologische Strukturen unter der Oberbfläche erhalten.
Ort Passau-Innstadt
Geographische Lage 48° 34′ 16,5″ N, 13° 28′ 33,1″ O
Höhe 312 m ü. NHN
Vorhergehend Kastell Boiotro (westlich)
Anschließend Burgus Passau-Haibach (östlich)
Vorgelagert Kastell Batavis (nördlich, Passau-Altstadt)
Modell des Kastells Boiodurum um 200 n. Chr.
Passau Römermuseum

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(bitte Urheberrechte beachten)

Das Kastell Boiodurum war Bestandteil des Limes in der römischen Provinz Noricum auf dem Gebiet der kreisfreien Stadt Passau, Regierungsbezirk Niederbayern, Ostbayern, Deutschland. Kastell und Lagerdorf (vicus) wurden zur Verteidigung und Kontrolle der Donaugrenze und eines Innübergangs angelegt. Es folgte einem spätkeltischen Oppidum nach, dessen Zentrum auf der Halbinsel zwischen Donau (Danuvius) und Inn (Aenus) lag. Nahe der Mündung des Inn in die Donau entstand um 60 n. Chr. auf dem Gebiet der Provinz Noricum ein Kastell. Das Holz-Erde Lager wurde im 2. Jh. durch ein Steinkastell ersetzt, zusätzlich gesichert mit drei Gräben. Wie das Kastell war auch sein Vicus zweiphasig. Nach der gewaltsamen Zerstörung des Lagers durch einen Germaneneinfall in der zweiten Hälfte des 3. Jahrhunderts übernahm ab der Spätantike das etwas weiter flussaufwärts gelegene Kastell Boiotro die Sicherung dieses Abschnittes der Donaugrenze. Das Bodendenkmal ist seit 2021 Bestandteil des zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Donaulimes.

  1. Fischer: 2002, S. 31.