Kastell Oberscheidental

Kastell Oberscheidental
Limes ORL 52 (RLK)
Strecke (RLK) ORL Strecke 10
Neckar-Odenwald-Limes
Odenwaldlinie
Datierung (Belegung) trajanisch
bis max. 159
Typ Kohortenkastell
Einheit a) Cohors III Delmatarum
b) Cohors I Sequanorum et Rauracorum equitata
Größe 153 × 137 m = 2,1 ha
Bauweise Steinkastell
Erhaltungszustand Baureste (Porta principalis dextra) und Geländespuren
Ort Mudau-Scheidental
Geographische Lage 49° 30′ 23″ N,  9′ 10″ O
Höhe 511 m ü. NHN
Vorhergehend ORL 51 Kastell Schloßau (nördlich)
Anschließend Kleinkastell Robern (südlich)

Das Kastell Oberscheidental war ein römisches Kohortenkastell der älteren Odenwaldlinie des Neckar-Odenwald-Limes. Das heutige Bodendenkmal befindet sich am südöstlichen Rand des Ortszentrums von Scheidental, einem Ortsteil der baden-württembergischen Gemeinde Mudau im Odenwald.

  1. Die konventionelle Anfangsdatierung auf das Jahr 100 (± 5) stützt sich auf die Ergebnisse der Ausgrabungen, die Dietwulf Baatz in den Jahren 1964 bis 1966 im Kastell Hesselbach vornahm. Sie basiert im Wesentlichen auf der Auswertung der dabei gefundenen Sigillaten (vgl. den entsprechenden Abschnitt im Hesselbach-Artikel und Dietwulf Baatz: Kastell Hesselbach und andere Forschungen am Odenwaldlimes. Gebr. Mann, Berlin 1973, ISBN 3-7861-1059-X, (Limesforschungen, Band 12), S. 85–96). In der jüngeren Literatur wird einer Anfangsdatierung des Kastells Hesselbach wie des gesamten Odenwaldlimes auf den Zeitraum 107/110 der Vorzug gegeben. Dieser Datierungsansatz stützt sich nicht auf neue Ausgrabungsbefunde, sondern auf eine statistische Neubewertung der Münzfunde aus allen Kastellen des Obergermanisch-raetischen Limes, die der Archäologe Klaus Kortüm 1998 erstmals vorgelegt hat und auf die sich inzwischen einige Autoren der jüngeren Literatur stützen. (vgl. Klaus Kortüm: Zur Datierung der römischen Militäranlagen im obergermanisch-raetischen Limesgebiet. In: Saalburg-Jahrbuch 49, 1998. Zabern, Mainz 1998, S. 5–65 und Egon Schallmayer: Der Limes. Geschichte einer Grenze. Beck, München 2006, ISBN 3-406-48018-7, S. 49–52 sowie S. 54f.)