Kernreaktor
Ein Kernreaktor, auch Atomreaktor oder Atommeiler ist eine Anlage, in der eine Kernspaltungsreaktion kontinuierlich als Kettenreaktion im makroskopischen, technischen Maßstab abläuft.
Weltweit verbreitet sind vor allem die Leistungsreaktoren, d. h. Kernreaktoranlagen (siehe Kernkraftwerk), die durch die Spaltung (englisch fission) von Uran oder Plutonium zunächst thermische Energie (Wärme) und über einen Dampfkreislauf (vgl. auch Clausius-Rankine-Kreisprozess) daraus meist elektrische Energie gewinnen. Dagegen dienen Forschungsreaktoren zur Erzeugung von freien Neutronen, etwa für Zwecke der Materialforschung oder zur Herstellung von bestimmten radioaktiven Nukliden für medizinische oder ähnliche Zwecke.
Ein Kernkraftwerk verfügt in der Regel über mehrere Reaktoren, die auch als „Reaktorblöcke“ oder kurz „Blöcke“ bezeichnet werden. Die beiden Begriffe werden oft ungenau verwendet. Zum Beispiel ist mit der Aussage „in Deutschland liefen bis zum Atomausstieg 17 Kernkraftwerke“ gemeint, dass an deutlich weniger Standorten insgesamt 17 Kernreaktoren liefen. So etwa bestand das Kernkraftwerk Gundremmingen ursprünglich aus drei Reaktorblöcken; jeder Block besteht aus einem Reaktor mit Dampferzeuger und einer Dampfturbine bzw. Turbosatz.
Die meisten Kernreaktoren sind ortsfeste Anlagen. Die Nutzung von Kernenergie bzw. Kernreaktoren für Antriebe entstand jedoch bereits in den 1950er Jahren. Ein typisches Beispiele sind die Atom-U-Boote oder nukleargetrieben Flugzeugträger. Weitere Schiffe sind die Atomeisbrecher und atombetriebene Frachter.
- ↑ W. R. Wootton: Dampfkreisläufe. In: Dampfkreisläufe für Kernkraftwerke. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 1962, ISBN 978-3-663-00464-6, S. 1–2, doi:10.1007/978-3-663-02377-7_1 (springer.com [abgerufen am 28. November 2025]).
- ↑ Jovica Riznic: Steam Generators for Nuclear Power Plants (= Woodhead publishing series in energy). Elsevier, Cambridge 2017, ISBN 978-0-08-100894-2 (englisch).
- ↑ Patrick Kremers: Mit dem Atom-Auto über den Highway. In: Die Zeit. 18. September 2013, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 28. November 2025]).