Keuchhusten
| Klassifikation nach ICD-10 | |
|---|---|
| A37.0 | Keuchhusten durch Bordetella pertussis |
| A37.1 | Keuchhusten durch Bordetella parapertussis |
| A37.8 | Keuchhusten durch sonstige Bordetella-Spezies |
| A37.9 | Keuchhusten, nicht näher bezeichnet |
| ICD-10 online (WHO-Version 2019) | |
| Klassifikation nach ICD-11 | |
|---|---|
| 1C12 | Keuchhusten |
| 1C12.0 | Keuchhusten durch Bordetella pertussis |
| 1C12.1 | Keuchhusten durch Bordetella parapertussis |
| 1C12.Y | Sonstiger näher bezeichneter Keuchhusten |
| 1C12.Z | Keuchhusten, nicht näher bezeichnet |
| ICD-11: Englisch • Deutsch (Vorabversion) | |
Keuchhusten, auch Pertussis (lateinisch für starker Husten), volkstümlich Stickhusten bzw. Steckhusten, früher auch Keichhusten (zu mittelhochdeutsch kīche) und Tussis convulsiva, ist eine durch das Bakterium Bordetella pertussis, seltener durch Bordetella parapertussis ausgelöste hochansteckende, durch typische Hustenanfälle charakterisierte Infektionskrankheit der Atemwege.
Die Infektion erfolgt dabei über Körperflüssigkeiten vor allem der Atemwege (Tröpfcheninfektion). Am häufigsten sind Säuglinge im ersten Lebensjahr betroffen. Auch im Alter von 1 bis 20 Jahren sind Erkrankungen überdurchschnittlich häufig. Zur Prophylaxe wird eine Impfung während der Schwangerschaft bzw. Impfungen im Alter ab zwei Monaten empfohlen.
Nach einem unspezifischen Anfangsstadium verläuft die Krankheit regelhaft über mehrere Wochen. Auf das Anfangsstadium mit erkältungsartigem Husten, das Stadium catarrhale genannt wird, folgen im Stadium convulsivum anfallsartig typische stakkatoartige Hustenattacken. Bei Säuglingen können sich die Hustenanfälle untypisch als Atemstillstände äußern und somit lebensbedrohlich verlaufen. Schließlich nehmen die Hustenattacken an Zahl und Schwere im Stadium decrementi allmählich ab. Eine ursächliche Therapie ist nur im Anfangsstadium möglich.
Keuchhusten ist in Deutschland und in Österreich eine meldepflichtige Krankheit.
- ↑ Stickhusten. In: Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage. Band 19: Sternberg–Vector. Bibliographisches Institut, Leipzig / Wien 1909, S. 22 (Digitalisat. zeno.org).
- ↑ Steckhusten. In: Heinrich August Pierer, Julius Löbe (Hrsg.): Universal-Lexikon der Gegenwart und Vergangenheit. 4. Auflage. Band 16: Sicilien–Stückgesell. Altenburg 1863, S. 718 (Digitalisat. zeno.org).
- ↑ Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 2. Auflage. Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Compagnie, Leipzig 1793 (zeno.org [abgerufen am 23. März 2023] Wörterbucheintrag „Steckhusten“).
- ↑ Johann Christoph Adelung: Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart. 2. Auflage. Johann Gottlob Immanuel Breitkopf und Compagnie, Leipzig 1793 (zeno.org [abgerufen am 23. März 2023] Wörterbucheintrag „Keichhusten“).
- ↑ Vgl. etwa Georg Fischer: Über den Keichhusten. Medizinische Dissertation Würzburg 1829.
- ↑ Bernhard Schnell: Der deutsche „Macer“: Vulgatfassung. Mit einem Abdruck des lateinischen Macer floridus ‘De viribus herbarum’ kritisch herausgegeben (= Texte und Textgeschichte. Würzburger Forschungen. Band 50). Niemeyer, Tübingen 2003, ISBN 3-484-36050-X, S. 390 (die kîche: ‚Asthma, Keuchhusten‘; kîchen: ‚schwer atmen, keuchen‘).
- ↑ Fehlender Impfschutz Keuchhusten-Welle erfasst Deutschland. Spiegel Online, abgerufen am 28. Mai 2018