Kisch (Mesopotamien)
Kisch oder Kiš, englisch transkribiert Kish (persisch und arabisch كيش, arabisch auch Tall al-Uhaymir und el-Oheimir), war eine Stadt in Mesopotamien im Überschwemmungsgebiet des Euphrat und in der Nähe des Tigris im heutigen Zentral-Irak, 13 Kilometer östlich von Babylon und etwa 80 Kilometer südlich von Bagdad gelegen.
Sie bestand von etwa 3000 v. Chr., mit Teilbesiedlung bis 1335 n. Chr. Kisch war laut der sumerischen Königsliste das erste Königreich im Zweistromland und entstand direkt nach der Flut. Die Lage in der Verengung zwischen Euphrat und Tigris hat wohl zum schnellen Aufschwung der Stadt beigetragen. Die Könige von Kisch galten immer als von den Göttern legitimiert, weswegen der Titel, „König von Kisch“ sehr beliebt bei verschiedenen Herrschern war. Kisch war der Ausgangspunkt für die Herrschaft der Akkader und die meiste Zeit ein Mitstreiter von Babylon.
Die Überreste von Kisch umfassen über 40 Siedlungsreste in einem Umkreis von etwa acht Kilometer, wobei die wichtigsten beiden Orte Uhaimir und Ingharra gewesen sein dürften.
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- ↑ Kish. In: Piotr Bienkowski, Alan Millard (Hrsg.): Dictionary of the Ancient Near East. University of Pennsylvania Press, Philadelphia 2000, ISBN 0-8122-3557-6.