Kinderhospiz

Ein Kinderhospiz umfasst ambulante und stationäre Einrichtungen für unheilbar und lebensverkürzend erkrankte Kinder und Jugendliche sowie für deren Eltern und Geschwister.

Durch die häufig intensive Pflege des Kindes kommen im Alltag die Entlastung der Eltern und die Zuwendung an die Geschwister zu kurz. In einem stationären Kinderhospiz können sich die Eltern ab der Diagnose der unheilbaren Erkrankung für eine begrenzte Zeit aus der Pflege herausnehmen, während die Kinder vom Pflegefachpersonal betreut werden. Auf Wunsch kann das kranke Kind mit seiner Familie bis zu seinem Tod (und für kurze Zeit darüber hinaus) im Kinderhospiz bleiben, das (wie auch stationäre Erwachsenenhospize) Sterbebegleitung anbietet und über Erfahrung in Palliative Care verfügt. Ambulante Kinderhospizdienste begleiten das schwerkranke Kind und seine Familie im häuslichen Bereich, übernehmen aber keine pflegerischen Tätigkeiten.

Ziel ist es, den schwerkranken Kindern ein möglichst würdevolles und selbstbestimmtes Leben bis zum Ende zu ermöglichen. Bis zum Sterben können aber Wochen, Monate oder Jahre vergehen. Die Wünsche und Bedürfnisse der erkrankten Kindern und ihrer Familienmitgliedern stehen im Mittelpunkt des Handelns der Kinderhospize. Die Stärkung der Familie, die Vorbereitung auf das Sterben des Kindes und die Begleitung der Geschwister sowie die Trauerbegleitung sind Schwerpunkte der Arbeit im Kinderhospiz. Dabei steht das ganze Familiensystem im Mittelpunkt.

Eine besondere Form der Betreuung stellt das Kinder-Tageshospiz dar. In diese werden Kinder und Jugendliche mit denselben Voraussetzungen aufgenommen wie bei einem stationären Kinder- und Jugendhospiz. Im Unterschied dazu verbringen die jungen Patienten hier lediglich den Tag; abends werden sie abgeholt und nach Hause gebracht. Dadurch behalten sie ihren Lebensmittelpunkt im häuslichen Umfeld. Das Tageshospiz bietet die Möglichkeit, dass Kinder und Jugendliche Kontakt zu ähnlich Erkrankten bekommen, dabei pflegerisch gut versorgt sind und die Familie Freiräume für alltägliche Aufgaben hat.

In Deutschland gibt es rund 1500 ambulante Hospizdienste, ca. 250 stationäre Hospize für Erwachsene, sowie 18 stationäre Hospize und drei Tageshospize für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene; ca. 330 Palliativstationen in Krankenhäusern, drei davon für Kinder und Jugendliche. Jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober findet der Welthospiztag statt. Am 10. Februar findet jährlich der Tag der Kinderhospizarbeit statt, der 2006 vom Deutschen Kinderhospizverein e. V. ins Leben gerufen wurde.

  1. Johann-Christoph Student: Kinderhospize: Palliative Care in einer spezifischen Situation, in: Wolfgang U. Eckart und Michael Anderheiden (Hrsg.): Handbuch Sterben und Menschenwürde. De Gruyter, Berlin u. a. 2012, S. 895–912. ISBN 978-3-11-024645-2
  2. Gesetzliche Regelungen zur Kinderhospizarbeit
  3. Theodorus Kinder-Tageshospiz; abgerufen am 22. Januar 2026.
  4. Deutscher Hospiz- und PalliativVerband: Zahlen und Fakten. dhpv.de, Stand 6. April 2020; abgerufen am 2. Dezember 2020.
  5. Deutscher Kinderhospizverein e. V. Abgerufen am 26. Januar 2022.