Kippelemente im Erdklimasystem
Das Konzept der Kippelemente im Erdklimasystem beschreibt großskalige Änderungen im Erdsystem als Folgen der globalen Erwärmung, die ab einem bestimmten Punkt (Kipppunkt oder engl. Tipping Point) auch durch kleine Störungen abrupt oder allmählich eintreten und durch selbstverstärkende Effekte danach erhalten bleiben können, auch wenn das Hintergrundklima wieder hinter den Schwellenwert zurückfällt. Beispiele für wahrscheinliche Kippelemente sind das Abschmelzen des grönländischen Eisschilds oder die zunehmende Abschwächung der Ozeanzirkulation im Atlantik. Zudem könnte die Gefahr bestehen, dass durch Rückkopplungseffekte beim Überschreiten eines Kipppunkts eine dominoartige Kettenreaktion ausgelöst wird und weitere Kippelemente den Kipppunkt überschreiten.
Im Jahr 2025 wurde festgestellt, dass Warmwasserkorallen mit 99-prozentiger Sicherheit in den nächsten Jahren ihren Kipppunkt überschreiten werden. Schon heute ist ein nie gesehenes Absterben zu beobachten, da deren Kipppunkt bei einer bereits überschrittenen globalen Erwärmung von 1,2 °C liegt.
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- ↑ Christian L E Franzke et al: Perspectives on tipping points in integrated models of the natural and human Earth system: cascading effects and telecoupling (= Environmental Research Letters. Band 17, Nr. 1). IOP Publishing Ltd, 14. Dezember 2022, ISSN 1748-9326, S. 015004, doi:10.1088/1748-9326/AC42FD (englisch, iop.org [PDF; 1,2 MB; abgerufen am 3. April 2023]).
- ↑ Kippelemente – Großrisiken im Erdsystem. Aktueller Forschungsstand: Kippelemente. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, abgerufen am 30. August 2025.
- ↑ Kippelemente – Achillesfersen im Erdsystem. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, archiviert vom am 7. August 2014; abgerufen am 6. Juni 2014.
- ↑ IPCC (Hrsg.): Climate Change 2021: The Physical Science Basis. Glossary, S. 2251, Einträge tipping element und tipping point.