Evangelische Kirche der altpreußischen Union

Die Evangelische Kirche der altpreußischen Union (Abkürzungen EKapU, APU) war unter diesem Namen von 1922 bis 1953 eine evangelische Landeskirche in Preußen bzw. seinen Nachfolgestaaten. Die Kirche existierte von 1817 bis 1953 unter verschiedenen Namen und wurde als Dachverband der zwischen 1945 und 1948 selbst zu Landeskirchen verselbständigten Kirchenprovinzen von diesen nach einem weiteren Namenswechsel von 1953 bis 2003 als Evangelische Kirche der Union fortgeführt.

Die Bezeichnung „altpreußisch“ bezog sich auf das Gebiet des „alten Preußen“ vor 1866, weil weder die unierten Landeskirchen von Hessen-Kassel, Nassau und Frankfurt am Main noch die lutherischen Landeskirchen von Schleswig-Holstein und Hannover und auch nicht die Reformierte Landeskirche Hannovers nach den Annexionen von 1866 in die preußische Landeskirche eingegliedert wurden. „Union“ bezog sich auf die 1817 in den seinerzeitigen Provinzen Preußens königlich verfügte Verwaltungsunion der reformierten, unierten und mehrheitlich lutherischen Kirchengemeinden bei Wahrung des gemeindlichen Bekenntnisstandes zu einer Landeskirche.

  1. Der Name der Kirche lautete Evangelische Kirche der altpreußischen Union, Evangelische Kirche war ab 1821 der die Konfessionsunterschiede überspielende Name. Vgl. Barbara Krüger, Peter Noss: Die Strukturen in der Evangelischen Kirche 1933–1945. In: Olaf Kühl-Freudenstein, Peter Noss, Claus Wagener (Hrsg.): Kirchenkampf in Berlin 1932–1945: 42 Stadtgeschichten (= Studien zu Kirche und Judentum, Bd. 18). Institut Kirche und Judentum, Berlin 1999, ISBN 3-923095-61-9, S. 149–171, hier S. 149.