Mordfall Kitty Genovese
Der Mordfall Kitty Genovese im Jahr 1964 löste gesellschaftliche Debatten aus. Das Mordopfer Catherine Susan „Kitty“ Genovese (* 7. Juli 1935 in Brooklyn, New York City; † 13. März 1964 in Queens, New York City) war eine New Yorkerin, die ein Gewalttäter in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses misshandelte und tötete. Die Umstände der Tat wurden als vermeintliches Beispiel für Gleichgültigkeit und Untätigkeit von Nachbarn im großstädtischen Lebensumfeld publizistisch verarbeitet. Ein als Zuschauereffekt oder Genovese-Syndrom betiteltes Phänomen war Gegenstand psychologischer und sozialpsychologischer Untersuchungen. In den folgenden Jahrzehnten wurden Aspekte der Tat und die postulierte Allgemeingültigkeit der anfänglichen Veröffentlichungen kritisch betrachtet.