Klaviaturglockenspiel

Das Klaviaturglockenspiel, Glockenklavier, in der weiteren Entwicklung Tastenglockenspiel genannt, ist ein Glockenspiel, das im Gegensatz zu anderen Metallophonen nicht direkt mit Schlägeln angeschlagen, sondern mit Tasten gespielt wird. Das zu Beginn des 17. Jahrhunderts als Nebenform des Carillons entstandene Instrument verfügt über eine klavierähnliche Mechanik, sowie über ein bis zwei Reihen freiliegende, chromatisch gestimmte Metallstäbe oder Metallplatten, die durch hammer- oder kugelförmige Klöppel mit Köpfen aus Metall oder Kunststoff angeschlagen werden. In der Variante mit Metallplatten wird es auch als Schlagplattenspiel oder Stahlplattenklavier kategorisiert. Das Klaviaturglockenspiel / Tastenglockenspiel ist ein Idiophon und gehört, da es vom Spieler über Tasten bedient wird, zu den Tasteninstrumenten. Im Gegensatz dazu gehört das mit Schlägeln handgeschlagene Glockenspiel zu den Stabspielen.

  1. Ines Pasz: SWR2 Musikstunde. (PDF; 175 kB) Stabspiele. In: „Gerührt, geschüttelt und geschlagen“ - Perkussionsinstrumente aus aller Welt. SWR2, 21. Oktober 2015, S. 7 f., abgerufen am 1. Februar 2021.
  2. Alexander Buchner: Handbuch der Musikinstrumente. 3. Auflage. Verlag Werner Dausien, Hanau 1995, ISBN 3-7684-4169-5, S. 161 f.
  3. Ulrich Michels: dtv-Atlas zur Musik. Historischer Teil, Von den Anfängen bis zur Renaissance. 13. Auflage. Band 1. dtv, München 1991, ISBN 3-423-03022-4, S. 29.
  4. Ferdinand Hirsch: Das große Wörterbuch der Musik. Seehamer Verlag, 1996, ISBN 3-929626-71-3, S. 240.
  5. Der Musikbrockhaus. Brockhaus, Wiesbaden 1982, ISBN 3-7653-0338-0, S. 216.
  6. Gretel Schwörer-Kohl: Schlagplatten und Schlagplattenspiele. II. Schlagplattenspiele. 2. Geschichte, Verbreitung und Funktion. In: MGG Online, November 2016