Kleinkampfverbände der Kriegsmarine
Als Kleinkampfverbände der Kriegsmarine, auch Kommando der Kleinkampfverbände (K.d.K.) genannt, werden verschiedene Einheiten der deutschen Kriegsmarine bezeichnet, die im Seekrieg des Zweiten Weltkriegs über Kampfmittel von geringer Größe verfügten. Unter Kleinkampfmitteln verstand das Oberkommando der Marine selbständig operierende und leicht verlegbare maritime Kampfeinheiten. Dies waren in erster Linie bemannte Torpedos, Kampfschwimmer, Kleinst-U-Boote und Sprengboote. Der Einsatz der Kleinkampfverbände endete mit der Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945, wobei die letzten beiden Kampfschwimmer noch bis zum 11. Mai bzw. 12. Mai 1945 agierten.
Ihre Aufstellung war Teil einer defensiv ausgerichteten Strategie der Kriegsmarine, die von Hitler unterstützt wurde. Diese sah sich ab Frühjahr 1944 gezwungen, ein Seekampfkonzept zu entwickeln, das es der Führungsebene erlauben sollte, mit einer „Nadelstichtaktik“ Versorgungs-, Kriegs- und Handelsschiffe der Alliierten im Küstenvorfeld zu versenken und somit den Nachschub zu verringern. Ihr Einsatz diente ferner auch der Störung der alliierten Schifffahrtsrouten und der Kräftebindung. Gleichzeitig sollte der U-Boot-Krieg intensiviert werden, um doch noch eine entscheidende Kriegswende zu erreichen.
- Werner Rahn: Deutsche Marinen im Wandel – Vom Symbol nationaler Einheit zum Instrument internationaler Sicherheit. R. Oldenbourg, München, 2005, ISBN 3-486-57674-7
- Harald Fock: Marine-Kleinkampfmittel. Nikol Verlagsvertretungen, 1997, ISBN 3-930656-34-5
- Helmut Blocksdorf: Das Kommando der Kleinkampfverbände der Kriegsmarine, 1. Auflage. Motorbuch Verlag, 2003, ISBN 3-613-02330-X
- ↑ S. 195
- Cajus Bekker: … und liebten doch das Leben. Die erregenden Abenteuer deutscher Torpedoreiter, Froschmänner und Sprengbootpiloten. Adolf Sponholtz Verlag Hannover, 8. Auflage 1980 (Erstauflage 1956), ISBN 3-453-00009-9
- ↑ Gerhard Wagner: Lagevorträge des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine vor Hitler 1939–1945. Im Auftrag des Arbeitskreises für Wehrforschung. J. F. Lehmann Verlag, München 1972, S. 570
- ↑ Siegfried Beyer, Gerhard Koop: Die Deutsche Kriegsmarine 1935–1945. Band 3, Podzun-Pallas Verlag, ISBN 3-89350-699-3, S. 86
- V. E. Tarrant: Das letzte Jahr der deutschen Kriegsmarine Mai 1944 bis Mai 1945. Podzun-Pallas Verlag, Ausgabe 1994, ISBN 3-7909-0561-5
- ↑ S. 38