Kleinkastell Stopfenreuth

Kleinkastell Stopfenreuth
Alternativname unbekannt
Limes Limes Pannonicus (Oberpannonien)
Abschnitt Strecke 2
Datierung (Belegung) 2.–3. Jahrhundert n. Chr
Typ Brückenkopfkastell
Einheit unbekannt
Größe Umfassungsmauer:
Süd-Seite 18,80 m,
NO-Seite 15,90 m,
Höhe 1,4 m,
Breite 120–140 cm
Bauweise Steinkastell
Erhaltungszustand Grundmauern erhalten, nicht sichtbar
Ort Engelhartstetten
Geographische Lage 48° 8′ 58″ N, 16° 54′ 23″ O
Höhe 143 m ü. A.
Vorhergehend Legionslager/Kastelle Carnuntum (westlich)
Anschließend Kastell Gerulata (südöstlich)

Das Kleinkastell Stopfenreuth war Bestandteil der Festungskette am Limes Pannonicus in Österreich. Es befindet sich im Bundesland Niederösterreich, Bezirk Gänserndorf auf dem Gemeindegebiet von Engelhartstetten.

In der Region war die Ruine seinerzeit auch als Hungerstein oder Durstkugel bekannt, urkundlich wird es als Veste Stopfenreuth oder Ödes Schloss erwähnt. Aufgrund dort aufgefundener Ziegelstempel interpretierte man die Mauerstrukturen als Reste eines befestigten römischen Brückenkopfes, wo die Bernsteinstraße die Donau querte. Eine Nachgrabung im Jahr 2024 bestätigte schließlich, dass es sich eindeutig um die Reste eines römischen Brückenkopf- oder Gegenkastells handelt, das bislang einzige, das in Österreich nachgewiesen werden konnte. Es dürfte etwa 100 Jahre in Verwendung gewesen sein. Ob dort in der Antike auch eine feste Brücke über die Donau existierte, ist zweifelhaft. Nahe dem Kleinkastell, auf slowakischen Staatsgebiet, befinden sich noch römerzeitliche Anlagen auf dem Felsen von Devín. Das Bodendenkmal ist seit 2021 Bestandteil des zum UNESCO-Weltkulturerbe erhobenen Donaulimes.

  1. Walther Brauneis: Die Schlösser im Marchfeld, NÖ Pressehaus, Wien, St. Pölten 1981, ISBN 3-85326-617-7, S. 24.