Kleptogamie

Kleptogamie (von altgriechisch κλέπτειν kléptein „stehlen, listig entwenden“ und γάμος gámos „Hochzeit, Ehe“) bezeichnet eine Kopulationsstrategie, durch die sich männliche Tiere eine Paarung zu erschleichen versuchen. Dabei parasitieren die kleptogamen Männchen Leistungen anderer Männchen, beispielsweise die Anstrengungen bei der Balz oder der Brutfürsorge, weshalb Kleptogamie als eine Form von Kleptoparasitismus angesehen werden kann. Der Ausdruck wird als Oberbegriff für sehr unterschiedliches Verhalten in verschiedenen Taxa gebraucht. Zudem existiert eine Vielzahl von Wörtern, die das Verhalten, aber auch die parasitischen Männchen zu beschreiben versuchen.

  1. Wilhelm Pape, Max Sengebusch (Bearb.): Stichwörter κλέπτω und γάμος. In: Handwörterbuch der griechischen Sprache. 3. Auflage, 6. Abdruck. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1914 (κλέπτω [das Lemma ist im Griechischen nicht der Infinitiv], γάμος).
    Anmerkung: Wie bei vielen anderen Fachbegriffen existiert das Wort im Altgriechischen nicht in dieser Form; κλεψίγαμος (klepsígamos) „Liebesgenuss stehlend, ehebrecherisch, buhlerisch“ und κλεψιγαμία (klepsigamía) „Buhlerei“ (im Sinne von Ehebruch bzw. Genuss verstohlener Liebe) kommen der Bedeutung am nächsten.
  2. Dictionary of Science and Technology. Academic Press, Inc., 1992, ISBN 0-12-200400-0, S. 1185; Stichwort "kleptogamy" (englisch, eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Kinya Nishimura: Kleptoparasitism and Cannibalism. Hokkaido University, Hakodate, Japan, 2010. Elsevier Ltd. ( Zusammenfassung bei Sciencedirect.com, englisch, abgerufen am 14. Juli 2025).