Kloster Mittelmünster (Regensburg)

Das ehemalige Kloster Mittelmünster der Benediktinerinnen in Regensburg wurde 983 durch den Hl.Wolfgang, Bischof von Regensburg, gegründet und war dem Heiligen Paul geweiht. Erste Äbtissin war Friederun. Mit der Gründung verfolgte der Bischof die Absicht, den Bewohnerinnen der beiden im 9. Jahrhundert gegründeten Kanonissenstiften Obermünster und Niedermünster, die dort, ohne religiöse Gelübde abzulegen, lebten, ein Vorbild vom echten klösterlichen Leben mit strengen benediktinischen Ordensregeln vor Augen zu führen. Der Versuch misslang und führte am Ende zur Auflösung des Klosters Mittelmünster. In den Gebäuden des erloschenen Klosters wurde 1588 ein Jesuitenkolleg gegründet, aus dem 1781 ein Katholisches Priesterseminar entstand. 1809 wurden alle Gebäude des ehemaligen Mittelmünsters völlig zerstört beim Angriff des französischen Heeres im Verlauf der Schlacht bei Regensburg.

  1. Johann Geier: Die Traditionen, Urkunden und Urbare des Klosters St. Paul in Regensburg. In: Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte (= Quellen und Erörterungen zur bayerischen Geschichte). Band 34. C.H. Beck, München 1986, ISBN 978-3-406-10396-4, S. 1617.
  2. Karl Bauer: Regensburg Kunst-, Kultur- und Alltagsgeschichte. MZ-Buchverlag in H. Gietl Verlag & Publikationsservice GmbH, Regenstauf 2014, ISBN 978-3-86646-300-4, S. 168 ff.