Knospe

In der Botanik ist Knospe (genannt auch Auge, lateinisch oculus, und lateinisch Gemma, (woraus der Begriff Gemme herrührt) der jugendliche Zustand eines Sprosses, in dem dessen Stängelglieder noch ganz kurz, die Blätter daran noch dicht zusammengedrängt und in ihrer Entwicklung ebenfalls noch wenig fortgeschritten sind. Jeder in der Fortbildung begriffene Spross, also jeder Stamm und jeder Zweig, endet daher in einer Knospe, genannt Gipfel-, Haupt-, End- oder Terminalknospe. Bei vielen Pflanzen bilden sich aber auch an der Seite des Stängels und zwar in den Achseln der Blätter regelmäßig Anlagen neuer Sprosse (Seiten- oder Achselknospen, lateinisch Gemmae laterales sive axillares).

  1. Vgl. Gundolf Keil Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 350 (Alberproß: die harzigen Knospen von Populus nigra oder – gemäß Heinrich Marzell auch von Populus alba; lateinisch oculi populi).
  2. Vgl. auch Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 149: „Oculi: Oculi (gemmae) populi arboris, Knospen von Populus nigra L.