Kollektaneenbuch

Ein Kollektaneenbuch (auch Kollektanee; von mittel-lateinisch collectanea [Plural], „Sammelwerke“; zu lat. collectaneus, „gesammelt“) ist eine historische Bezeichnung für ein Notizbuch, also eine individuelle handschriftliche Zusammenstellung von Informationen in einem Buch. Kollektaneen sind aus der Antike überliefert und wurden vor allem in der Renaissance und im 19. Jahrhundert geführt. Sie enthielten etwa Rezepte, Zitate, Briefe, Gedichte, Gewichts- und Maßtabellen, Redewendungen, Gebete und Rechtsformulierungen. Kollektaneen sind private Sammlungen von Informationen. Tagebücher oder Reiseberichte werden üblicherweise nicht zu den Kollektaneen gerechnet. Anders als Tagebücher sind Kollektaneen in der Regel nicht chronologisch organisiert und haben keinen introspektiven Inhalt.

  1. Duden. Das große Fremdwörterbuch. Herkunft und Bedeutung der Fremdwörter, herausgegeben und bearbeitet vom Wissenschaftlichen Rat der Dudenredaktion, 3., überarbeitete Auflage, Dudenverlag, Mannheim, Leipzig, Wien Zürich, 2003, ISBN 3-41104163-3, Lemma: Kollektaneen, S. 721
  2. Nicholas A. Basbanes, "Every Book Its Reader: The Power of the Printed Word to Stir the World", Harper Perennial, 2006, p. 82.