Komatiit

Komatiite sind ultramafische, aus dem Erdmantel stammende vulkanische Gesteine. Einige Vorkommen werden jedoch auch als intrusive Gesteine (subvulkanisch und plutonisch) angesehen. Als spezielle Gesteinsart wurden sie 1962 erkannt und nach der Typlokalität am Komati River in Südafrika benannt.

Echte Komatiite sind sehr selten und im Wesentlichen auf Gesteine des Archaikums beschränkt. Nur wenige proterozoische oder phanerozoische Komatiite sind bekannt, auch wenn ähnlich magnesiumreiche Lamprophyre im Mesozoikum vorkommen. Diese Altersbeschränkung wird darauf zurückgeführt, dass der Erdmantel langsam abkühlt, und dass er aufgrund der höheren Häufigkeit radioaktiver Elemente im frühen Erdmantel während des mittleren Archaikums (4,5 bis 2,6 Milliarden Jahre) um bis zu 500 °C heißer war als heute. Möglicherweise bestehen kleinere Reservoirs archaischen Mantels bis heute fort.

Komatiite sind in geographischer Hinsicht vor allem in den archaischen Schilden zu finden. Sie kommen zusammen mit anderen ultramafischen und magnesiumreichen mafischen vulkanischen Gesteinen in archaischen Grünsteingürteln vor. In Kanada wurden Amphibolite mit ultramafischen komatiitischen Sills aus dem so genannten Nuvvuagittuq-Grünsteingürtel in der Nähe der Hudson Bay in Nord-Quebec auf ein Alter von etwa 4,280 Milliarden Jahre datiert – die zurzeit ältesten bekannten Gesteine der Erde. Die jüngsten Komatiite entstanden vor 87 Ma auf der Pazifik-Insel Gorgona und gehören geologisch zum karibischen Ozeanplateau.

Komatiite besitzen niedrige SiO2-, K2O- und Al2O3-Gehalte, aber einen hohen bis extrem hohen Anteil an MgO.

  1. Jarek Trela, Esteban Gazel, Alexander V. Sobolev, Lowell Moore, Michael Bizimis: The hottest lavas of the Phanerozoic and the survival of deep Archaean reservoirs. In: Nature Geoscience. advance online publication, 22. Mai 2017, ISSN 1752-0908, doi:10.1038/ngeo2954 (englisch, Online [abgerufen am 25. Mai 2017]).
  2. Trela, J., Gazel, E., Sobolev, A. et al. The hottest lavas of the Phanerozoic and the survival of deep Archaean reservoirs. Nature Geosci 10, 451–456 (2017) doi:10.1038/ngeo2954
  3. Jonathan O’Neil, Richard W. Carlson, Don Francis, Ross K. Stevenson: Neodymium-142 Evidence for Hadean Mafic Crust. In: Science. Band 321, Nr. 5897, 26. September 2008, S. 18281831, doi:10.1126/science.1161925 (englisch).
  4. Wissenschaft Aktuell Ältestes Urgestein der Erde in Kanada gefunden
  5. The petrogenesis of Gorgona komatiites, picrites and basalts: new field, petrographic and geochemical constraints - ScienceDirect. Abgerufen am 25. Mai 2017 (englisch).