Konsil
Das Konsil oder Konsilium (lateinisch Consilium: „Beratung“, „Rat“, „Ratschlag“; Mehrzahl: Konsilien) bezeichnet eine Beratung oder eine Gruppe von Beratenden.
In der Medizin ist es die patientenbezogene Beratung von Ärzten oder Psychotherapeuten durch einen entsprechenden Facharzt.
Ärztliche Konsilien kamen nach dem Vorbild von Rechtsgutachten um 1220 in Italien auf und dienten im Mittelalter als „eins arzâtes rât“ (im Sinne eines individuellen, in Traktatform ausgearbeiteten therapeutischen Ratschlags) vor allem dem Informationsaustausch zwischen akademischen Ärzten und Laien.
- ↑ Duden: Konsilium.
- ↑ Vgl. etwa Christine Boot, Gundolf Keil: »Meister Michel der doctor«: Ein Konsilium gegen Steinleiden aus dem mittelalterlichen Schlesien. In: Jahrbuch der schlesischen Friedrich-Wilhelms-Universität Breslau. Band 27, 1986, S. 287–296.
- ↑ Gundolf Keil: Der Hausvater als Arzt. In: Trude Ehlert (Hrsg.): Haushalt und Familie in Mittelalter und früher Neuzeit (Vorträge eines interdisziplinären Symposions vom 6.–9. Juni 1990 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn). Mit einem Register von Ralf Nelles, Jan Thorbecke, Sigmaringen 1991, ISBN 3-7995-4156-X, S. 219–243, hier: S. 225.
- ↑ Gundolf Keil: Konsilien, ärztliche. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. Walter de Gruyter, Berlin / New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 776.
- ↑ Heinz Bergmann: Engelin, Jakob (Meister Jakob von Ulm). In: Burghart Wachinger u. a. (Hrsg.): Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon. 2., völlig neu bearbeitete Auflage, Band 2 (Comitis, Gerhard - Gerstenberg, Wigand). De Gruyter, Berlin / New York 1980, ISBN 3-11-007264-5, Sp. 561–563, hier: Sp. 562–563 (zu Jakob Engelins, an Ärzte und medizinische Laien gerichtetes Consilium contra arenam).