Konstanzprinzip

Das Konstanzprinzip stellt ein von Sigmund Freud (1856–1939) in seiner Schrift Jenseits des Lustprinzips im Jahr 1920 aufgestelltes psychologisches Grundprinzip dar. Demnach besteht bei allen seelischen Abläufen das Bestreben, die im psychischen System insgesamt vorhandene Quantität an seelischer Erregung „möglichst niedrig oder wenigstens konstant zu erhalten“. Dieses Streben nannte Freud ökonomisch. Freud betont, dass die Ökonomie neben dem topischen und dem dynamischen Moment den dritten Gesichtspunkt seiner Metapsychologie darstelle. Ökonomische Gesichtspunkte entsprechen nach allgemeiner Erfahrung einer möglichst optimalen Nützlichkeit seitens des Organismus unter Wahrung des Aufwands an energetischen bzw. psychodynamischen Ressourcen. Freud allerdings hielt das Lustprinzip für die Tatsache der Konstanz und Stabilität für bedeutsam. Er erwähnt Gustav Theodor Fechner (1801–1887) und seine Schrift: Einige Ideen zur Schöpfungs- und Entwicklungsgeschichte der Organismen von 1875 und glaubt, dass die eigenen Freudschen Feststellungen sich den in Fechners Schrift enthaltenen Ausführungen als „spezieller Fall“ unterordnen lassen. Damit erkennt Freud die wissenschaftliche Priorität Fechners an, gibt seinen eigenen grundsätzlichen Annahmen jedoch die spezielle Bezeichnung „Konstanzprinzip“.

    1. S. 305 zu Stw. „Grundprinzip der Psyche“, in: Lemma „Konstanzprinzip“.
    1. S. 3–8 zu Stw. „Konstanzprinzip, insgesamt“.
    2. S. 5 zu Stw. „Konstanzprinzip, explizite namentliche Benennung“.