Konventioneller Speicher

Als Konventioneller Speicher wird der mit dem IBM Personal Computer 1981 eingeführte DOS-Speichertyp bezeichnet. Im ursprünglichen Design des IBM PC ist der maximal mögliche Speicherbereich, der mit dem 16-Bit-Prozessor Intel 8088 adressierbar ist, auf 1 MiB begrenzt. Mit Einführung des IBM PC/AT, dessen 80286-Prozessor bereits 16 MiB adressieren kann, wurde der im 8086-kompatiblen Betriebsmodus, retronym Real Mode genannt, weiterhin begrenzte Speicherbereich unter DOS retronym als Konventioneller Speicher bezeichnet. Bei IBM-PC-kompatiblen Computern unterteilt er sich in die ersten 640 KiB (1 KiB = 1024 Byte) Arbeitsspeicher, jenen u. a. für Anwendungsprogramme von DOS zur Verfügung gestellten Teil, und weiteren 384 KiB für Hardwareadressen reservierten Speicher, der auch als Upper Memory Area bezeichnet wird und ab rund 1990 in Form von einzelnen Upper Memory Blocks als eigener DOS-Speichertyp teilweise nutzbar gemacht wurde.

In der Praxis versteht man unter Konventionellem Speicher nur den zusammenhängend als Arbeitsspeicher nutzbaren Teil des Adressraums, beim IBM PC also die ersten 640 KiB. U. a. MS-DOS war seit den frühen 1980er Jahren auch auf anderen PCs, die nicht IBM-kompatibel sind, verfügbar, wo der nutzbare Speicherbereich teils größer ist, etwa beim Sirius 1 mit maximal 896 KiB RAM.

  1. Van Wolverton: MS-DOS Version 5 – Das optimale Benutzerhandbuch von Microsoft. 5. Auflage. Friedrich Vieweg & Sohn Verlagsgesellschaft mbH, Braunschweig, Wiesbaden 1991, ISBN 978-3-528-44378-8, 17: Individuelles Anpassen Ihres Systems, S. 503, Konventioneller Speicher (Volltext englisch: Running MSDOS – The Definitive Guide to MS-DOS and PC-DOS, Now Completely Revised to Include Version 4 and the New Dos Shell. Redmond, Washington 1991. Übersetzt von Translingua Übersetzungsdienst GmbH, Bonn): „Alle Computerprogramme können konventionellen Speicher nutzen, doch sind IBM und kompatible Computer unter MS-DOS auf maximal 1 MB (1024 KB) dieses Speichertyps beschränkt. Selbst wenn Ihr Computer 1 MB konventionellen Speicher besitzt, steht dieser nicht vollständig für Anwendungsprogramme, Daten oder sogar DOS zur Verfügung. In Wirklichkeit verwendet DOS normalerweise nur die ersten 640 KB für Anwendungen und Daten. Die restlichen 384 KB des konventionellen Speichers werden als reservierter Speicher oder hoher Speicherbereich (Upper Memory Area) bezeichnet. Er wird für spezielle Zwecke, wie z. B. Hardwaresteuerung und Bildschirmspeicher, verwendet. Dieser reservierte Speicherbereich wird von Software zur Speicherverwaltung in Einheiten, Upper Memory Blocks (UMB) genannt, verwendet.“
  2. Dietrich Franz, Rudiger Mattes: Das Wichtigste zu MS-DOS 5.0. Gabler, Wiesbaden 1992, ISBN 978-3-409-19737-3, 2.7.7 Arbeitsspeicherbelegung anzeigen (MEM), S. 94, Abb. 56: MEM-Befehl ohne Parameter: Konventioneller Speicher (Basisspeicher) Der Basisspeicher beginnt bei der Adresse 0 und ist 640 KB groß. Er ist vorwiegend für die Ausführung von Programmen und die Vorhaltung von Nutzdaten bestimmt. Einen Teil des Basisspeichers belegt das DOS-System, die Menge hängt von der DOS-Installation ab. … Upper Memory Upper Memory (384 KB), vom MEM als ‚hoher Speicher‘ bezeichnet, nennt man den Adreßraum zwischen dem Basisspeicher (640 KB) und der traditionellen Grenze der Speicheradressen von DOS, das ist 1 MB.
  3. Bernd Leitenberger: Der Sirius 1 und IBM PC – ein Vergleich. In: Bernd Leitenbergers Web Site. 1. November 2012, abgerufen am 26. Januar 2026: „896 KByte RAM (voll nutzbar!)“