KZ Gusen II

Das Konzentrationslager Gusen II in der Ortschaft St. Georgen an der Gusen, Gemeinde St. Georgen an der Gusen, wurde ab dem 9. März 1944 verwaltungsmäßig als „Arbeitslager der Waffen-SS“ geführt. Die Bezeichnung „Arbeitslager der Waffen-SS“ war der von der SS ab 1943 offiziell verwendete Deckname besonders für solche KZ-Außenlager, die im Zuge der verstärkten Untertageverlagerung der deutschen Rüstungsindustrie errichtet wurden. Das KZ Gusen II wurde ab Jahresbeginn 1944 wenige hundert Meter westlich des Konzentrationslagers Gusen I improvisiert errichtet, um bis zu 16.000 Häftlinge für den Bau und den Betrieb des unterirdischen Flugzeugwerkes B8 Bergkristall aufzunehmen.

Die Lebens- und Arbeitsbedingungen in den Kommandos dieses Lagers zählten zu den schrecklichsten innerhalb des nationalsozialistischen Systems. Ein Teil der Häftlinge wurde direkt aus dem KZ Auschwitz in das KZ Gusen II deportiert. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Häftlinge betrug etwa vier Monate. Mehrere tausend Häftlinge des KZ Gusen II wurden im Frühling 1945 auch in das sogenannte Sanitätslager beim KZ Mauthausen gebracht, um dort getötet zu werden.

  1. Hans Maršálek: Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen. Dokumentation. 3. Auflage. Österreichische Lagergemeinschaft Mauthausen, Wien 1995, S. 71.