Kooperation
Kooperation (lateinisch cooperatio ‚Zusammenwirkung‘, ‚Mitwirkung‘) ist das zweckgerichtete Zusammenwirken bzw. Zusammenarbeiten zweier oder mehrerer Lebewesen, Personen oder Systeme mit gemeinsamen Zielen oder Perspektiven. Ist die wechselseitige Einwirkung der Akteure nicht intentional oder zweckgerichtet, spricht man hingegen von Interaktion. Kooperation und Interaktion sind wesentliche Merkmale menschlicher Arbeit in sozialen Systemen.
Kooperation führt häufig zum Nutzen für alle Beteiligten. Es gibt aber auch erzwungene Kooperation oder unter Täuschung zustande gekommene Kooperation, bei der eine Seite mehr oder alle Vorteile aus dieser Kooperation zieht und die andere nur Kosten hat (vgl. Trittbrettfahrerproblem). Da Kooperation neben Variation und Selektion eine zentrale Rolle in der Evolution des Lebens spielt, kann man die Entstehung und Entwicklung höherer Lebensformen nur unter Einbeziehung ihrer Kooperationsformen beschreiben. Dazu werden die Mechanismen der Kooperation auch mathematisch modelliert.
Kooperation ist zumindest für deren Dauer ein Zusammenschluss im Sinne von Systembildung. Es bildet sich auf einer höheren organisatorischen Ebene (zeitweise) ein neues System – als bedeutsamer Wesenszug der Phylogenese. Dessen Teilnehmer – die Kooperationspartner – erwarten ein der Kooperation entsprechendes Verhalten (Quid pro quo – einen Ausgleich von Nutzen und Kosten). Diese Erwartungen können als Rechte und Pflichten verhandelt und vereinbart werden. Für Kooperation sind weder Freundschaft noch Voraussicht oder Kognition notwendig. Die Erklärung des Zustandekommens von Kooperation ist ein wichtiges Forschungsgebiet der Spieltheorie.
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- 1 2 Martin A. Nowak: Five rules for the evolution of cooperation. In: Science. Band 314, Nr. 5805, 8. Dezember 2006, S. 1560–1563, doi:10.1126/science.1133755, PMC 3279745 (freier Volltext).
- ↑ Hisashi Ohtsuki, Christoph Hauert, Erez Lieberman & Martin A. Nowak: A simple rule for the evolution of cooperation on graphs and social networks. In: Nature. Band 441, 25. Mai 2006, S. 502–505, doi:10.1038/nature04605 (web.archive.org [PDF; 274 kB; abgerufen am 18. Oktober 2021]).
- ↑ Dirk Helbing, Sergi Lozano: Phase transitions to cooperation in the prisoner’s dilemma. In: Physical Review. Band 81, Nr. 5, 10. Mai 2010, S. 057102-1–057102–4, doi:10.1103/PhysRevE.81.057102 (sg.ethz.ch [PDF]).
- ↑ Tibor Antal, Hisashi Ohtsuki, John Wakeley, Peter D. Taylor und Martin A. Nowak: Evolution of cooperation by phenotypic similarity. In: Proceedings of the National Academy of Sciences. Band 106, Nr. 21, 26. Mai 2009, S. 8597–8600, doi:10.1073/pnas.0902528106 (pnas.org [PDF]).
- ↑ Christoph Hauert & Michael Doebeli: Spatial structure often inhibits the evolution of cooperation in the snowdrift game. In: Nature. Band 428, 8. April 2004, S. 643–646, doi:10.1038/nature02360.
- ↑ Michael Doebeli, Christoph Hauert, Timothy Killingback: The Evolutionary Origin of Cooperators and Defectors. In: Science. Band 306, Nr. 5697, 29. Oktober 2004, S. 895–862, doi:10.1126/science.1101456 (math.ubc.ca [PDF]).
- ↑ Robert Axelrod: Die Evolution der Kooperation. 7. Auflage. Oldenbourg-Verlag, München 2009 (englisch, a ( vom 25. September 2015 im Internet Archive) [PDF; 3,8 MB; abgerufen am 24. September 2015] Originaltitel: The Evolution of Cooperation. Basic Books, New York 1984. Übersetzt von Werner Raub und Thomas Voss, Original-Volltext).
- ↑ Robert Axelrod: The Evolution of Strategies in the Iterated Prisoner’s Dilemma. In: Lawrence Davis (Hrsg.): Genetic Algorithms and Simulated Annealing. Morgan Kaufman / Pitman, London / Los Altos, CA 1987, S. 32–41 (englisch, citeseerx.ist.psu.edu [PDF; 50 kB; abgerufen am 24. September 2015]).
- ↑ Joachim Bauer: Prinzip Menschlichkeit – Warum wir von Natur aus kooperieren. Hoffmann und Campe, Hamburg 2006, ISBN 3-455-50017-X.