Korčula

Insel Korčula
Ansicht des Inselhauptorts Korčula (Stadt)
Gewässer Adriatisches Meer
Geographische Lage 42° 56′ N, 16° 51′ O
Länge 46,8 km
Breite 7,8 km
Fläche 279 km²
Höchste Erhebung Klupca
568 m
Einwohner 15.522 (2011)
56 Einw./km²
Hauptort Korčula (Stadt)

Korčula [ˈkɔːrtʃula] (italienisch Curzola, altgriechisch Μέλαινα Κόρκυρα Melaina Korkyra „Schwarzes Korfu“ [nach den dunklen Kiefernwäldern], daher auch lateinisch Corcyra Nigra) ist eine zu Kroatien gehörende Insel in der Adria vor der Küste Süddalmatiens mit etwa 15.000 Einwohnern. Geologisch ist sie Teil des Dinarischen Gebirges.

Die schmale, knapp 47 km lange und bis zu 7,8 km breite Insel erstreckt sich auf einer Fläche von knapp 280 km² in west-östlicher Richtung. Sie ist auf der Osthälfte weniger fruchtbar, doch befindet sich dort die Stadt Korčula, in der etwa ein Viertel der Bevölkerung lebt. Hingegen sind die mehr als die Hälfte der Insel bedeckenden Wälder vornehmlich der Westhälfte seit dem Hochmittelalter gepflegt worden, und so profitieren Ackerbau und Viehhaltung dort stärker von dem milden Klima. Das Gleiche gilt für die artenreiche Flora und Fauna. Die vier Dörfer des Westens bilden seit jeher ein politisches und wirtschaftliches Gegengewicht gegen die einzige Stadt der Insel, wo sich allerdings seit langer Zeit das administrative Zentrum befindet.

Besiedelt ist Korčula mindestens seit der letzten Kaltzeit durch Jäger, Sammler und Fischer, als die heutige Insel – bei einem über 100 m tieferen Meeresspiegel – noch ein Hügel in einer weitläufigen Ebene war. Spätestens ab dem 5. Jahrtausend v. Chr. lebten dort Bauern, der ansteigende Meeresspiegel hatte aus dem Hügel eine Insel gemacht. Der Überlieferung nach entstand im frühen 6. Jahrhundert v. Chr. die Inselhauptstadt als griechische Kolonie, die später fast ein Jahrtausend lang zum Römischen, bzw. Oströmischen Reich gehörte. Benachbarte Mächte, wie Ungarn, Venedig, aber auch wieder Ostrom-Byzanz okkupierten die Insel, wobei sich diese dennoch über mehrere Jahrhunderte großer Autonomie erfreute. Auch als die Insel 1420 endgültig an Venedig kam – sie hatte sich Venedig freiwillig unterstellt –, blieben die inneren Verhältnisse davon nur wenig berührt. Die Gesellschaft blieb in städtische Patrizier und die überwiegend ländliche Bevölkerung der vier Dörfer im Westen geteilt. Erst die Kämpfe zwischen Venedig und dem Osmanenreich veranlassten ersteres die Inselhauptstadt massiv zu befestigen und die Bevölkerung stärker in das Kolonialsystem einzubinden. 1797, nach dem Ende der Republik Venedig, kam Curzola, wie die Insel zu dieser Zeit meist noch genannt wurde, an Frankreich, dann für zwei Jahre an Großbritannien, blieb von 1815 bis 1918 österreichisch. Schließlich kam die Insel 1918 an Jugoslawien. Seit 1991 ist sie kroatisch und gehört zur Gespanschaft Dubrovnik-Neretva. Neben einer Außenstelle des Staatsarchivs Dubrovnik in Žrnovo befinden sich in Blato und Lumbarda zwei weitere Archive auf der Insel.