Kornett (Offizier)

Der Kornett (frühere deutsche Schreibweise Cornet, von lateinisch cornu, „Horn, Gehörn, Heeresflügel, Heeresabteilung“) war im 17. und 18. Jahrhundert der rangjüngste Offizier der Kavallerie. Während der Schlacht und zur Parade führte er die entrollte Cornette, d. h. die Standarte der Eskadron. Ihm als Gehilfen beigeordnet waren der Standartenjunker (Offizieranwärter) und der (Standarten-)Führer (Unteroffizier, zwischen Wachtmeister und Korporal rangierend); beide trugen die eingerollte Standarte, u. a. während längerer Märsche.

Dem Kornett gleichrangig waren in Deutschland, Österreich und in vielen anderen Ländern der Fähnrich (Infanterie, Dragoner) sowie bei der Artillerie der Unterleutnant, mitunter auch der Stückjunker (letzterer nur, sofern er nicht bloß als Offizieranwärter etaisiert war).

In Deutschland und Österreich wurde der Dienstgrad zu Beginn des 19. Jahrhunderts vielerorts nach französischem Vorbild umbenannt in Unterleutnant oder Sekondeleutnant.

  1. vgl. Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie, 1773–1858, S. 338.
  2. Johann Georg Krünitz: Oeconomische Encyclopädie, Bd. 50, 1773–1858, S. 425 ff.