Kotau

Kotau
Chinesische Bezeichnung
Langzeichen 叩頭 / 磕頭
Kurzzeichen 叩头 / 磕头
Pinyin kòutóu / kētóu
Jyutping kau3tau4 / hap6tau4 (selten)
Vietnamesische Bezeichnung
Quốc Ngữ khấu đầu
Hán tự 叩頭
Koreanische Bezeichnung
Hangeul 고두
Hanja 叩頭
Revidierte Romanisierung godu
Japanische Bezeichnung
Kanji 叩頭 (Nomen)
叩頭く (Verb)
Kana こうとう (Nomen)
ぬかずく (Verb)
Rōmaji kōtō (Nomen)
nukazuku (Verb)

Mit Kotau (chinesisch 叩頭 / 叩头, Pinyin kòutóu, auch 磕頭 / 磕头, kētóu  „Kopf stoßen“) wird ein ehrerbietiger Gruß aus dem Kaiserreich China bezeichnet. Der Begriff leitet sich vom Chinesischen kētóu (磕頭) ab, was „mit dem Kopf auf den Boden schlagen" bedeutet, und ist seit der Song-Dynastie (960–1279) in dieser Form gebräuchlich. Davor war seit der Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.) die Bezeichnung kòutóu (叩頭) in Gebrauch.

Beim Kotau kniet die Person nieder und berührt mit der Stirn den Boden. Bei feierlichen Zeremonien, etwa der Krönung eines Kaisers, vollzogen die Untertanen die sogenannte „große Verbeugung": dreimal niederknien und jeweils dreimal mit der Stirn den Boden berühren – bekannt als sangui jiukou (三跪九叩). Nach der Ausrufung der Republik China 1912 wurde der Kotau offiziell abgeschafft. Im deutschen Sprachraum wird der Begriff heute übertragen als Umschreibung für Unterwerfung oder nicht ganz freiwilliges Nachgeben verwendet.

  1. Georg Lehner: Kotau – die chinesische Ehrbezeugung. de rebus sinicis, 21. August 2013. https://wenhua.hypotheses.org/707 Abgerufen am 15. April 2026.
  2. China-Schul-Akademie: Kotau. https://www.china-schul-akademie.de/glossar/kotau/ Abgerufen am 15. April 2026.