Krabben
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Krabben (Brachyura) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Brachyura | ||||||||||||
| Latreille, 1802 |
Die Krabben (Brachyura, von altgriechisch βραχύς brachys, deutsch ‚kurz‘ und ουρά ourá, deutsch ‚Schwanz‘, also wörtlich ‚Kurzschwänze‘) – auch Echte Krabben oder Kurzschwanzkrebse – sind mit etwa 7300 Arten die größte und vielgestaltigste Teilordnung der Zehnfußkrebse (Decapoda). Typische Merkmale sind der kurze Rückenschild (Carapax) und ein stark reduzierter Hinterleib (Pleon), der nach vorn umgeschlagen bauchseitig unter dem Rückenschild liegt. Das erste Beinpaar liegt vor dem Körper und trägt Scheren (Chelae). Das zweite bis fünfte Beinpaar ragt seitlich über den Körperrand. Sie dienen als Schreitbeine. Krabben besiedeln die meisten Meeresregionen, einige Süßwassergebiete in den Tropen und Subtropen, wenige sind überwiegend an Land zu finden. Einige Arten wurden durch den Menschen aktiv, zumeist aber passiv in neue Gebiete verbracht und konnten sich dort als Neozoen bzw. invasive Arten etablieren und ausbreiten.
Krabben sind meist Allesfresser (Omnivoren). Sie vermehren sich geschlechtlich. Bei den Männchen sind die ersten beiden Beinpaare des Pleons (Pleopoden) zu Begattungsorganen (Gonopoden) umgewandelt. Weibchen tragen die befruchteten Eier mit den Pleopoden bis zum Schlupf der Larven an ihrer Unterseite. In der Entwicklung vollziehen die meisten Krabben mehrmals einen deutlichen Gestaltwandel (Metamorphose). Die Zoea-Larve ist die Planktonphase der Krabbenentwicklung, ihr folgt meist eine Megalopa und schließlich die Nachlarvenphase (Postlarve).
Krabben entstanden im Karbon (vor etwa 300 Millionen Jahren) und spalteten sich im späten Trias in die Hauptlinien auf. Die meisten heutigen Familien und Überfamilien entstanden in der späten Kreidezeit und im frühen Tertiär. Die Süßwasserkrabben spalteten sich mehrmals unabhängig voneinander vor etwa 135 Millionen Jahren von ihren engsten Verwandten ab.
Krabben werden wegen ihres schmackhaften und ernährungsphysiologisch hochwertigen Fleisches in den Scheren seit langer Zeit als Nahrungsmittel verwendet. In jüngerer Zeit werden sie, vor allem in Ost- und Südostasien, in großem Stil in Aquakulturen gezüchtet. Einige spezifische Krankheitserreger und Parasiten können sowohl in der Krabbenfischerei als auch in Aquakulturen beträchtliche wirtschaftliche Schäden verursachen. Insbesondere durch Vibrionen und Saugwürmer sind Krabben eine potentielle Infektionsquelle für den Menschen. Die lange Tradition des Krabbenfangs und ihre kulinarische Bedeutung spiegeln sich in Mythen und Darstellungen von Krabben in der Kunst wider, die allerdings seltener als beispielsweise die von Säugetieren oder Insekten sind. Die wohl bekannteste Krabbe, Karkinos aus der griechischen Mythologie, wurde der Sage nach von Hera als Sternbild Krebs in den Himmel versetzt.