Kraftwerk Franken I

Kraftwerk Franken I
Kraftwerk Franken I
Lage
Koordinaten 49° 25′ 15″ N, 11° 0′ 32″ O
Land Deutschland
Daten
Brennstoff Erdgas, Heizöl leicht
Leistung 843 Megawatt brutto
823 Megawatt netto
Eigentümer Uniper Kraftwerke GmbH
Betreiber Uniper Kraftwerke GmbH
Betriebsaufnahme 1913
Kessel 2
Feuerung Block 1 Dampf

Block 2 GuD

Schornsteinhöhe 150 m
Website KW Franken bei Uniper

Das Kraftwerk Franken I in Nürnberg-Gebersdorf ging 1913 in Betrieb. Es hatte die Aufgabe, weite Teile Mittelfrankens mit elektrischer Energie zu versorgen und die vorhandenen, dezentralen Kraftwerke wie zum Beispiel das Kraftwerk Tullnau in Nürnberg zu ersetzen. Zwei Turbinen mit je 3,4 Megawatt elektrischer Leistung wurden von sechs mit Steinkohle beschickten Dampferzeugern versorgt. Der letzte Block davon wurde 1988 stillgelegt.

Heute hat das Kraftwerk eine Nettoleistung von 823 Megawatt. Die derzeit in Betrieb befindlichen, jeweils 83 Meter hohen, Blöcke 1 und 2 des Kraftwerks wurden in den Jahren 1973 und 1976 fertiggestellt. Sie werden mit Erdgas und im Bedarfsfall mit leichtem Heizöl betrieben. Da die Preise für beide Energieträger hoch sind, kommt Franken I nur als Spitzen- und Reservekraftwerk zum Einsatz. In den letzten Jahren wurden die Kessel auf stickoxidarme Verbrennung umgestellt. Das früher ersatzweise eingesetzte schwere Heizöl wurde inzwischen durch schwefelarmes leichtes Heizöl ersetzt.

Das Kraftwerk versorgt die Stadt Nürnberg an sehr kalten Tagen und während der Revisionen zusätzlich mit Fernwärme, um das Haupt-Heizkraftwerk Sandreuth zu unterstützen. Bevorzugt wird die Wärme im Teilnetz Gebersdorf-Röthenbach, welches an das restliche Fernwärmenetz, das auf der anderen Seite des Main-Donau-Kanal liegt, getrennt ist, erzeugt.

Block 2 gilt als Vorläufer der heute verbreiteten hocheffizienten GuD-Kraftwerke, bei denen die heißen Abgase der Gasturbine zur Dampferzeugung genutzt werden.

Der Netzanschluss erfolgt über die Schaltanlage auf der 110-kV-Hochspannungsebene in das Stromnetz des Verteilnetzbetreibers bayernwerk. Hierdurch trägt das Kraftwerk zur Entlastung des Höchstspannungsnetzes bei und wird für die verminderten Netznutzungsentgelte (vNNE) vergütet. Auf dem Gelände auf der anderen Seite der Bahnstrecke sind außerdem zwei Bahnstromumrichter mit je 30 MW installiert.

Im Mai 2012 kündigte E.ON, der damalige Kraftwerksbetreiber, an, mehrere Kraftwerke in Süddeutschland bis 2014 schließen zu wollen, darunter auch Franken 1. Die beantragte Stilllegung wurde aber 2013 durch die Bundesnetzagentur untersagt, die Franken I zusammen mit anderen Gaskraftwerken als systemrelevant einstuft, weil diese trotz geringer Auslastungsgrade Engpässe der erneuerbaren Energien ausgleichen müssen.

  1. Manfred Hahn: 100 Jahre Strom in Franken. wek-Verlag Treuchtlingen, Berlin 2014. ISBN 978-3-934145-94-8. Seite 80 ff.
  2. 1 2 Kraftwerk Franken. Uniper
  3. https://www.uniper.energy/de/deutschland/kraftwerke-deutschland/franken
  4. Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen) Stand 02.07.2012. (Microsoft-Excel-Datei, 1,6 MiB) Archiviert vom Original am 22. Juli 2012; abgerufen am 21. Juli 2012.
  5. Eon will Kraftwerk in Gebersdorf schließen. Bayerische Wirtschaftsministerium: "Sehr ernste Entwicklung". In: nordbayern.de. Nürnberger Nachrichten/Nürnberger Zeitung, 14. Mai 2012, abgerufen am 21. Juli 2012.
  6. Systemrelevante Kraftwerke. Abgerufen am 1. September 2015.
  7. Systemrelevante Gaskraftwerke. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 23. September 2015; abgerufen am 1. September 2015.