Kraftwerk Landesbergen

Robert-Frank-Kraftwerk Landesbergen
Kraftwerk Landesbergen
Lage
Koordinaten 52° 32′ 48″ N,  6′ 47″ O
Land Deutschland
Daten
Typ GuD-Kraftwerk, Biomasseheizkraftwerk
Primärenergie Fossile Energie, Biomasse
Brennstoff Erdgas, Biomasse
Leistung 530 Megawatt elektrisch
30 Megawatt Fernwärme
Eigentümer Statkraft Germany
Betreiber Statkraft Markets GmbH
Betriebsaufnahme 1962
Turbine Gasturbine, Dampfturbine
Schornsteinhöhe 181 m
Eingespeiste Energie pro Jahr 4380 GWh

Das Robert-Frank-Kraftwerk Landesbergen ist ein im Normalbetrieb mit Erdgas betriebenes Gas-und-Dampf-Kombikraftwerk im niedersächsischen Landesbergen an der Weser, das 1962 in Betrieb ging.
Namensgeber für das Kraftwerk war Robert Frank (1879–1961), von 1927 bis 1933 Mitglied des ersten PreussenElektra-Vorstands, danach Mitglied von Gremien weiterer Unternehmen wie den RWE. In einer Beschreibung des Kraftwerks durch den jetzigen Betreiber wird über Frank nur dessen Vorstandstätigkeit für PreussenElektra erwähnt; „[s]eine Spuren [seien] auf dem Kraftwerksgelände immer noch zu finden“. Außerdem war Robert Frank jedoch einer der ersten Auftraggeber und enger Vertrauter von Albert Speer. Von 1945 bis zu seinem Tod war er mit Speer in ausgedehnte geheime Aktivitäten um NS-Raubkunst verwickelt, während er zugleich renommierter Experte für Energiewirtschaft war.

Das Kraftwerk wurde durch PreussenElektra errichtet, nachdem in den 1950er Jahren im Weser-Ems-Gebiet Erdgas gefunden wurde. Von dort gelangt das Gas über eine etwa 50 km lange Pipeline mit Unterquerung der Weser in das Kraftwerk. Von Bedeutung für die Auswahl des Standorts war auch, dass die Abwärme mit Wasser aus der vor Ort befindlichen Staustufe Landesbergen in die Weser abgeführt werden konnte, Kühltürme also entbehrlich waren. Die Staustufe wurde im November 1960 in Betrieb genommen, eine zweiteilige im September 1961 eingeweihte Brücke über die Weser verbesserte die Straßenanbindung. Das Kraftwerk sollte zur Not auch mit Erdöl und Kohle betrieben werden. Dafür hätten Frachtschiffe ihre Ladung im betriebseigenen Hafen löschen können, für das Öl wurden drei Speicher mit insgesamt 6.000 m³ errichtet. Insgesamt führten die Baumaßnahmen und die Beschäftigung von zeitweise mehr als 300 Personen im Kraftwerk sowie die Ansiedlung ihrer Familien zu einer wirtschaftlichen Belebung von Landesbergen. Aus Dankbarkeit und als Zeichen der Verbundenheit mit dem Kraftwerk fügte die Gemeinde 1971 einen Stromblitz in ihr Gemeindewappen ein.

Preussen-Elektra ging im Jahre 2000 in E.ON auf, seit 2009 wird das Kraftwerk von Statkraft Germany mit Sitz in Düsseldorf betrieben.

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Herzlich willkommen am Standort ROBERT FRANK. (PDF 1,1 MB) Statkraft Markets GmbH, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Dezember 2015; abgerufen am 29. Juli 2011.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  2. Hoppenstedt, Handbuch der deutschen Aktiengesellschaften, Band 49, Teil 4, 1944, Seiten 3131, 3913
    Bernhard Stier: „Staat und Strom“. Seite 316 ff in: Band 10 von „Technik + Arbeit“, Schriften des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim (Hrsg.), Verlag Regionalkultur, 1999, ISBN 9783897351073
  3. Guido Knopp, Mario Sporn (Redaktion) u. a.: „Geheimnisse des "Dritten Reichs"“. Bertelsmann eBooks, 2011, 416 Seiten, ISBN 9783641065126
  4. Friedrich Freitag: „Rund um Landesbergen. Geschichtsbilder zwischen Meerbach und Weser. Aus Quellen studiert, im Volkston serviert.“ 1971, Hrsg.: Gemeinde Landesbergen, Weserdruckerei Oesselmann, Stolzenau-Weser, 376 Seiten, zahlr. sw-Abbildungen, 2 herausfaltbare Reproduktionen.
  5. Statkraft übernimmt „Robert Frank“ in Landesbergen. 15. Juli 2009, abgerufen am 10. März 2020.