Kraton

Als Kratone (altgriechisch κράτος krátos, deutsch Kraft) bezeichnet man geologisch sehr alte (proterozoisch oder archaisch) und heute tektonisch stabile Teile der Kontinente (kontinentale Lithosphäre), die etwa 60 % der kontinentalen Landmasse ausmachen. Kratone haben häufig mehrere Zyklen der Kollision und des Zerfalls überdauert und sind daher für gewöhnlich im Inneren von Kontinenten zu finden bzw. bilden deren Kerngebiete, können aber durch Rift-Bildung auch aufgespalten werden.

Hingegen bestehen die Ränder der Kontinente oft aus jüngeren Teilen der Erdkruste, die den Kratonen im Laufe der Erdgeschichte durch Gebirgsbildungen angegliedert wurden.

Die Kratone der Kontinente gliedern sich in zwei Teilbereiche:

  1. die präkambrischen Schilde, in denen das metamorphe Grundgebirge zutage tritt, und
  2. die kontinentalen Tafeln, wo das Grundgebirge von unmetamorphen, ungefalteten, phanerozoischen Sedimenten überdeckt wird.
  1. D. Graham Pearson, James M. Scott, Jingao Liu, Andrew Schaeffer, Lawrence Hongliang Wang, Jeroen van Hunen, Kristoffer Szilas, Thomas Chacko, Peter B. Kelemen: Deep continental roots and cratons. In: Nature. Band 596, Nr. 7871, August 2021, ISSN 1476-4687, S. 199–210, doi:10.1038/s41586-021-03600-5 (nature.com [abgerufen am 3. Oktober 2023]).
  2. Kraton. In: Lexikon der Geowissenschaften. Kraton, abgerufen am 12. April 2023.