Kreis Südtondern

Wappen Deutschlandkarte
Basisdaten (Stand 1970)
Koordinaten: 54° 47′ N,  50′ O
Bestandszeitraum: 1867–1970
Bundesland:Schleswig-Holstein
Verwaltungssitz: Niebüll
Fläche: 856,94 km²
Einwohner: 72.200 (30. Jun. 1968)
Bevölkerungsdichte: 84 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: NIB
Kreisschlüssel: 01 0 47
Kreisgliederung: 75 Gemeinden
Landrat: Klaus Petersen (CDU)
Lage des Kreises Südtondern in Schleswig-Holstein

Der Kreis Südtondern (dänisch Sydtønder Amt oder Tønder Sønderamt), 1867–1920 Teil des Kreises Tondern, war ein Kreis in Schleswig-Holstein.

Das Gebiet des Kreises Tondern bestand von etwa 1580 bis 1850 aus dem Amt Tondern und dem Amt Lügumkloster innerhalb des Herzogtums Schleswig sowie den königlichen Enklaven, die direkt dem Königreich Dänemark gehörten. 1850 wurde das Amt Lügumkloster dem Amt Tondern einverleibt.

Nach Dänemarks Niederlage im Deutsch-Dänischen Krieg 1864 wurde das Herzogtum 1867 Teil der preußischen Provinz Schleswig-Holstein, wobei der Kreis Tondern gegründet wurde.

In kirchlichem Kontext war das Gebiet nach 1878 in die Propsteien Nordtondern und Südtondern geteilt (dänisch: Tønder Nørreamt und Sønderamt). Die Orte Aventoft, Neukirchen und Rodenäs, die heute südlich der Grenze liegen, gehörten zu Nordtondern.

Nach der Volksabstimmung in Schleswig 1920 wurde die Hälfte des Kreisgebiets an Dänemark abgetreten, und der Kreis Tondern wurde in Kreis Südtondern umbenannt. Neuer Kreisort wurde der Eisenbahnknotenpunkt Niebüll, dessen Einwohnerzahlen nachfolgend weiter wuchsen. Der Bedeutungszuwachs führte 1960 zur Verleihung des Stadtrechts.

Durch die Kreisgebietsreform von 1970 wurde der größte Teil des Kreises Südtondern mit den Kreisen Eiderstedt und Husum am 26. April 1970 zum neuen Kreis Nordfriesland zusammengelegt, der auch Rechtsnachfolger des Kreises Südtondern ist. Kleinere Teile des Kreisgebiets fielen an den Kreis Flensburg-Land, der wenig später selbst im Kreis Schleswig-Flensburg aufging.

  1. Hans Carstensen: Wiedingharder Kirchenführer, Norderstedt 2008