Heiliges Kreuz
Heiliges Kreuz oder wahres Kreuz Christi ist die Bezeichnung für das Kreuz, an dem Jesus Christus gemäß der biblischen Überlieferung und der vorherrschenden christlichen Theologie den Opfertod starb. Dieses Kreuz wurde angeblich im Jahr 325 gefunden, in mehrere Teile geteilt und an verschiedene Orte gebracht. Es existieren Mutmaßungen über die Größe des Kreuzes und seine Holzarten.
Seit dem Mittelalter gibt es eine große Anzahl von Reliquien des „wahren Kreuzes Christi“; diese Holzspäne (Kreuzpartikel) zählten zu den wichtigsten christlichen Reliquien überhaupt. Sie wurden in wertvollen Reliquiarien, den sogenannten Staurotheken, aufbewahrt. Um diese Reliquien entstanden zahlreiche Heilig-Kreuz-Kirchen in ganz Europa. Die Echtheit dieser Reliquien nach heutigen Maßstäben wird nicht behauptet; es handelt sich nahezu ausschließlich um Berührungs- oder Kontaktreliquien.
Feste des Heiligen Kreuzes sind Kreuzerhöhung am 14. September und einige andere, bewegliche Feste. Am Karfreitag findet in den römisch-katholischen Kirchen in der Feier vom Leiden und Sterben Christi die Kreuzverehrung statt. In den orthodoxen Kirchen gibt es im Kirchenjahr mehrere sogenannte Kreuzprozessionen. Gedenktag der Wiederauffindung ist das Fest der Kreuzauffindung (3. Mai, nur noch in der außerordentlichen Form des römischen Ritus erhalten, 6. März oder 7. Mai, orthodox).
- ↑ Anton Hungari (Hrsg.): Osterglöcklein. Erbauliche Unterhaltungen für den Osterfestkreis im katholischen Kirchenjahre. J. D. Sauerländer, Frankfurt am Main 1862, S. 333 („Das Kreuz soll, wie viele Schriftausleger meinen, bei fünfzehn Schuh lang und am Querbalken acht Schuh breit gewesen sein.“) und S. 372–374 (Die fünf Holzgattungen am Kreuze).
- ↑ Vgl. auch Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 411 („des heiligen creutz tag“: lateinisch In Inventione Sancti Crucis; 3. Mai, nach Grotefend auch 14. September).