Kumpf

Ein Kumpf (von urgermanisch *kumpa- auch *kumba- „Gefäß, Maßgefäß“) bezeichnet verschiedene alt- und mittelhochdeutsche Raummaße sowie das (teilweise mit Wasser gefüllte) Behältnis zum Mitführen des Wetzsteins, siehe Kumpf (Köcher). Ein Kumpf im ersten Sinne entsprach regional unterschiedlich zwischen 6, 8 und 10 Liter. Abgeleitet ist die bereits im 15. Jahrhundert bekannte Bedeutung von Kump als Brunnentrog auf dem Marktplatz.

Der Kumpf als kleineres Maß leitete sich vom Malter ab. Er galt für das sogenannte Frucht- und Getreidemaß.

Im Großherzogtum Hessen galt 1 Malter = 4 Simmer = 16 Kumpf = 64 Gescheid = 256 Mäschen = 64 Liter.

  1. Kumpf. In: Vormalige Akademie der Wissenschaften der DDR, Heidelberger Akademie der Wissenschaften (Hrsg.): Deutsches Rechtswörterbuch. Band 8, Heft 2 (bearbeitet von Heino Speer u. a.). Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1985, OCLC 832567175 (adw.uni-heidelberg.de Fortsetzung im Folgeheft).
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  6. C. Bopp: Die internationale Maß-, Gewichts- und Münz-Einigung durch das metrische System. Julius Maier, Stuttgart 1869, S. 118.