Kupfer(II)-acetat

Strukturformel
Allgemeines
Name Kupfer(II)-acetat
Andere Namen
  • Cupriacetat
  • Kupferdiacetat
  • Aerugo
  • C.I. Pigment Green 20
  • C.I. 77408
  • Kupferethanoat
  • CUPRIC ACETATE (INCI)
Summenformel C4H6CuO4
Kurzbeschreibung

grüne (wasserfrei) bis blaugrüne (Monohydrat), geruchlose Kristalle

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 205-553-3
ECHA-InfoCard 100.005.049
PubChem 8895
ChemSpider 8555
Wikidata Q421854
Eigenschaften
Molare Masse 181,64 g·mol−1 (wasserfrei)

199,64 g·mol−1 (Monohydrat)

Aggregatzustand

fest

Dichte

1,88 g·cm−3 (Monohydrat)

Schmelzpunkt

115 °C (Monohydrat)

Siedepunkt

Zersetzung

Löslichkeit

mäßig in Wasser (72 g·l−1 bei 20 °C, Monohydrat)

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302314410
P: 260273280301+312303+361+353305+351+338
MAK

0,1 mg·m−3 

Toxikologische Daten
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).

Kupfer(II)-acetat (auch Grünspan; lateinisch Cuprum aceticum oder Aerugo, früher auch viride aeris oder aes viride) ist ein Kupfersalz der Essigsäure mit der Konstitutionsformel Cu(CH3COO)2.

Die Bezeichnung „Grünspan“ (spätmittelhochdeutsch spāngrüen oder grüenspān) ist nach mittellateinisch viride hispanum oder viride hispanicum („Spanisches Grün“; früher auch „Schildgrün“ (schiltgrün) und „Schildfarbe“, „Yspanicum“, „spanisch Grün“, „Spangrün“ und „Kupferrost“ genannt) gebildet, weil der aus künstlich hergestelltem essigsaurem Kupferoxid gewonnene Farbstoff im Mittelalter aus Spanien eingeführt wurde. Diese Bezeichnung ist insoweit irreführend, als nur das wasserfreie Salz von grüner Farbe ist. Sobald es mit Wasser in Berührung kommt, verfärbt es sich wie unten zu sehen zum für Kupfer-(II)-ionen typischen Blau.

  1. The Color of Art Pigment Database: Pigment Green: PG20 artiscreation.com, David Myers. Abgerufen am 23. Juli 2016.
  2. Eintrag zu CUPRIC ACETATE in der CosIng-Datenbank der EU-Kommission, abgerufen am 23. Oktober 2021.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Eintrag zu Kupfer(II)-acetat in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 3. Januar 2023. (JavaScript erforderlich)
  4. Jürgen Martin: Die ‚Ulmer Wundarznei‘. Einleitung – Text – Glossar zu einem Denkmal deutscher Fachprosa des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 1991 (= Würzburger medizinhistorische Forschungen. Band 52), ISBN 3-88479-801-4 (zugleich Medizinische Dissertation Würzburg 1990), S. 135 (Grüenspān) und 173 (Spāngrüen: Grünspan, basisches Kupferazetat Cu(OH)2·(CH3COO)2Cu.)
  5. Christine Jakobi-Mirwald: „The making of ...“ Buchherstellung im frühen Mittelalter. Geplanter Vortrag [22.4.2020] zur Ausstellung Wolfenbüttel HAB: Leuchtendes Wort – sprechendes Bild. Handschriften aus dem Kloster Weißenburg (PDF), S. 40–41.
  6. Wilhelm Hassenstein, Hermann Virl: Das Feuerwerkbuch von 1420. 600 Jahre deutsche Pulverwaffen und Büchsenmeisterei. Neudruck des Erstdruckes aus dem Jahr 1529 mit Übertragung ins Hochdeutsche und Erläuterungen von Wilhelm Hassenstein. Verlag der Deutschen Technik, München 1941, S. 40.
  7. Vgl. Gundolf Keil: Die „Cirurgia“ Peters von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes (= Forschungen zur Geschichte der Stadt Ulm. Band 2). Stadtarchiv, Ulm 1961 (zugleich Philosophische Dissertation Heidelberg 1960: Peter von Ulm. Untersuchungen zu einem Denkmal altdeutscher Fachprosa mit kritischer Ausgabe des Textes), S. 394 (Grünspan: volksetymologische Umdeutungen von „spangrün“; und Grünspat: alter Name für Grünspan neben „spangrün“; lateinisch auch viride hispanum) und 465–466 (spongrün, Übersetzung von viride hispanicum).
  8. Wolfgang Pfeifer: Etymologisches Wörterbuch des Deutschen. Akademie, Berlin 1989 (und spätere Auflagen), s. v.; Kluge. Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. 25. Aufl., bearb. von Elmar Seebold. De Gruyter, Berlin 2011, s. v.
  9. Dieter Lehmann: Zwei wundärztliche Rezeptbücher des 15. Jahrhunderts vom Oberrhein. Teil I: Text und Glossar. Horst Wellm, Pattensen/Han. 1985, jetzt bei Königshausen & Neumann, Würzburg (= Würzburger medizinhistorische Forschungen, 34), ISBN 3-921456-63-0, S. 186.