Kurt Zentner
Kurt Zentner (* 27. Januar 1903 in Bobenthal; † Juni 1974 in Grünwald bei München, auch Kurt E. Zentner und Kurt Eicke Zentner) war ein deutscher Redakteur und Publizist. In der Zeit des Nationalsozialismus war er von 1933 bis 1937 Chef vom Dienst und Bildredakteur der Berliner Illustrirten Zeitung, entwarf ein Sonderheft für die Olympischen Spiele 1936 und konzipierte 1938 die Zeitschrift Der Stern. Diese Zeitschrift war ein Glanz- und Glamourblatt über Filmstars und erreichte unter Zentner als Chefredakteur eine Auflage von 750.000 Exemplaren. Sie gilt als Vorbild der von Henri Nannen nach dem Zweiten Weltkrieg gegründeten neuen Zeitschrift Stern – vom Logo über die Gestaltung der Titelseiten mit hochwertigen Fotografien weiblicher Models bis hin zu Themensetzungen. Ab Mitte 1941 war Zentner Angehöriger der Wehrmacht-Propagandatruppe, die er im November 1941 verlassen musste, da er als „jüdischer Mischling“ untragbar sei. Nach 1945 wurde er durch seine publizistische Tätigkeit zur Geschichte des „Dritten Reiches“ und zum Zweiten Weltkrieg bekannt. Anfang der 1950er Jahre arbeitete er auch bei Henri Nannens neuer Zeitschrift Stern und vertrat diesen in der zweiten Jahreshälfte 1951 kommissarisch als Chefredakteur.
- ↑ In seiner Dissertation Pierre de Coubertin! Ein Beitrag zur Entwicklung des modernen Sports. Inaugural-Dissertation, Universität Leipzig. Robert Noske, Borna-Leipzig 1935, Anhang nach S. 68 (Lebenslauf), bezeichnet Zentner Bobenthal als seinen Geburtsort; in der Literatur findet sich irrtümlich Metz. Zentner beginnt den Lebenslauf in seiner Dissertation mit: „Ich, Kurt Zentner“, auf dem Titelblatt steht „Kurt E. Zentner“. Die im Personeneintrag der Gemeinsamen Normdatei (hier) angegebene Namensform „Kurt Eicke Zentner“ findet sich in der Dissertation jedoch nicht. In der Literatur ist stets von „Kurt Zentner“ die Rede.