Landfall

Landfall bezeichnet in der Nautik und der Luftfahrt das Sichten und Erkennen von Land nach einer längeren Überfahrt bzw. einem Ozeanflug.

Der Begriff kommt aus dem Englischen (to make landfall), ist aber auch unter deutschsprachigen Nautikern und Piloten gebräuchlich. Laut dem Neuen Brockhaus. ist „Landfall jener Punkt der Küste, der beim Ansegeln zuerst in Sicht kommt.“ In dieser Bedeutung findet sich der Begriff auch in Mackensens Großen Deutschen Wörterbuch. Joachim Schults Seglerlexikon spricht von einem „guten Landfall, wenn man den vorgesehenen Ansteuerungspunkt erreicht“.

Früher hat man sogar den Kurs absichtlich um einige Grad nach Steuer- oder Backbord (rechts oder links) geändert, um beim Erreichen der Küste nicht im Zweifel zu sein, auf welche Seite man zum gewünschten Hafen gelangt. Denn ab dem Landfall war die Navigation nicht mehr auf Messungen (Kompass oder Koppelnavigation, später auch Funk) angewiesen, sondern konnte sich mittels Seekarten auf die Sichtnavigation stützen. Bis heute ist dies ein wesentlicher Grund, warum auch in modernen Luftfahrzeugen Flugkarten mitzuführen sind.

  1. Der neue Brockhaus. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band 3. 1960, S. 276.
  2. Landfall. In: Mackensen – Großes Deutsches Wörterbuch. 1977: „1. gesichteter Küstenpunkt (beim Segeln)“.
  3. Joachim Schult: Seglerlexikon. 8., überarb. Auflage. Klasing, Bielefeld 1992, ISBN 3-87412-103-8, S. 250: Landfall, der, Land machen, Land sichten (to make landfall): „Sichten u. Erkennen d. Küste nach e. längeren Reise über See […]. Man macht einen guten Landfall, wenn man den vorgesehenen Ansteuerungspunkt erreicht.“
  4. [M. F.] Albrecht / [C. S.] Vierov: Lehrbuch der Navigation und ihrer mathematischen Hilfswissenschaften. 11. Auflage. Hrsg. und vollst. neubearb. von B[erthold] Soeken, H[emme] Janssen. Verlag R. v. Decker, Berlin 1925, DNB 911352872.