Leonid Iljitsch Breschnew

Leonid Iljitsch Breschnew (russisch Леонид Ильич Брежнев anhören, wiss. Transliteration Leonid Il'ič Brežnev; * 6. Dezemberjul. / 19. Dezember 1906greg. in Kamenskoje, Russisches Kaiserreich, heute Ukraine; † 10. November 1982 in Moskau) war ein sowjetischer Politiker. Als Mitglied des Politbüros gehörte er von 1957 bis 1982 zur sowjetkommunistischen Führungselite und war von 1964 bis zu seinem Tod 1982 als Erster Sekretär bzw. Generalsekretär der KPdSU der mächtigste Politiker der Sowjetunion. Breschnews 18 Jahre währende Amtszeit als Parteichef der KPdSU war die zweitlängste nach der Josef Stalins.

Im Jahre 1923 trat Breschnew in die Jugendorganisation der Partei ein und wurde sechs Jahre später offizielles Parteimitglied. Im Zweiten Weltkrieg wurde er als Politoffizier unter anderem in der 1. Ukrainischen Front eingesetzt. Seine Amtszeit war vor allem durch Annäherung an den Westen bei zeitgleicher Stärkung der sowjetischen Position in Mittel- und Osteuropa geprägt. Michail Gorbatschow charakterisierte die Breschnew-Jahre später als „Ära der Stagnation“, eine Zeit, die durch das Fehlen politischer Reformen und eine zunehmende Korruption gekennzeichnet gewesen sei. Nach seinem Tod wurde Breschnew von Juri Andropow ersetzt, auf den kurze Zeit später Konstantin Tschernenko folgte.

  1. Edwin Bacon, Mark Sandle: Reconsidering Brezhnev. Palgrave Macmillan, 2002, ISBN 0-333-79463-X, S. 12.