Levada
Levadas heißen die künstlichen Wasserläufe, die in Portugal, auf Madeira, Porto Santo und einigen Inseln der Azoren (alle Portugal) sowie auf den Kapverdischen Inseln erbaut wurden, um Wasser aus den niederschlagsreicheren Gebieten zu den landwirtschaftlichen Anbauflächen zu leiten. Das mit Abstand größte System von Levadas gibt es auf Madeira. Die Länge wird mit circa 2000 bis 3000 Kilometer angegeben. Auf Madeira wird dazu Wasser aus dem Norden und dem Zentrum der Insel in den Süden geleitet. Meist haben Levadas nur ein geringes Gefälle. Sie umfahren Täler und Berge, verlaufen durch Tunnel und kreuzen natürliche Wasserläufe auf Aquädukten.
Wasser der Levadas dient auch der Stromerzeugung. Die sie begleitenden Wege werden touristisch als Wanderwege genutzt.
Bewässerungskanäle dieser Art sind seit dem Beginn der Landwirtschaft weltweit verbreitet. Man findet sie in lokalen Ausprägungen als Suone, Bissen, Wasserfuhren oder Wasserleiten im Schweizer Kanton Wallis, Waalen im Etschtal, Fluder im Österreichischen, Wuhr im Südschwarzwald, Fléizen in den luxemburgischen Ardennen, Levada auf den Kanarischen Inseln, Ru im Aostatal, Bief oder Bisse in den französischen Seealpen oder Faladsch in Oman. Acequia (Spanische Aussprache: [aˈθekja]) ist die Bezeichnung für einen Wasserkanal in Spanien und den ehemaligen spanischen Kolonien.
- ↑ PS PR 3 - Levada do Pico do Castelo. visitmadeira.com, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ Levada - Faial PR03FAI. visitazores.com, abgerufen am 25. Dezember 2025.
- ↑ Lagoa do Fogo - São Miguel PR02 SMI. visitazores.com, abgerufen am 25. Dezember 2025 (In der portugiesischen Sprachversion der Quelle ist der Kanal als "Levada" bezeichnet).
- ↑ Levadas - einzigartiges Bewässerungssystem auf Madeira. A-Z Madeira, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Die Levadas von Madeira. visitPortugal, abgerufen am 28. Dezember 2025.
- ↑ Gianni Bodini: Antichi sistemi d'irrigazione nell'arco apino. Ru, Bisse, Suonen, Waale. Priuli e Verlucca, Ivrea 2002, ISBN 88-8068-186-9.
- ↑ Robert Luft: Vocabulaires et toponymie des pays de montagne. Club Alpin Francais de Nice - Mercantour, 2006, abgerufen am 7. August 2020 (französisch, Texturfassung fr-WP 06.2022).