Liber certarum historiarum

Der liber certarum historiarum (das Buch gewisser Geschichten) ist ein Geschichtswerk des Spätmittelalters und wurde vom Abt Johann von Viktring geschrieben.

Das Buch behandelt die Geschichte der Herzogtümer Österreich, Steiermark, Kärnten und Krain ab 1335. Teile dieser Reichs- und Kirchengeschichte reichen bis in die Karolingerzeit zurück. Das Werk war auch als Fürstenspiegel gedacht und beschreibt die Zeitgeschichte der damaligen Zeit mit Augenmerk auf die Herrschergeschlechter der Habsburger und Luxemburger.

Das Handexemplar wird heute in München in der Bayerischen Staatsbibliothek aufbewahrt. Das Buch gewisser Geschichten ist vollständig im „Anonymus Leobiensis“ erhalten. Es besteht aus sechs Büchern (libri I – VI).

Für die Geschichte vor seiner eigenen Lebenszeit stützte sich Johann von Viktring auf schriftliche Quellen wie die steirische Reimchronik des Ottokar aus der Gaal oder Martinus Polonus, wohingegen er für die Zeitgeschichte Zeitzeugen (v. a. Kirchenmänner) befragte bzw. aus seinen eigenen Erfahrungen und seinem Gedächtnis aufschrieb. Er verwendete auch wörtliche Zitate. Was den liber certarum historiarum zu einem so bedeutenden Werk des Spätmittelalters macht, ist der Versuch des Abtes, so objektiv wie möglich zu sein. Deshalb gibt es viele Versionen von Teilen des Buches, die heute noch erhalten sind, weil ständig neue Informationen und sprachlich-stilistische und literarische Verbesserungen hinzukommen. Johann von Viktring widmete sein Werk Albrecht II. von Österreich.