Limbus (Theologie)

Limbus (lateinisch für „Rand, Saum, Umgrenzung“), umgangssprachlich auch Vorhölle, bezeichnet in der katholischen Theologie einen Ort (im Volksmund auch als „Vorraum der Hölle“ oder als „äußerster Kreis der Hölle“ bezeichnet), an dem sich Seelen befinden, die ohne eigenes Verschulden vom Himmel und von der ewigen Anschauung Gottes ausgeschlossen sind oder waren.

In der Theologie, die den Begriff Limbus etwa seit Ende des 12. Jahrhunderts benutzt, wird unterschieden zwischen dem Limbus der Väter (Limbus patrum), der mit Tod und Auferstehung Christi endete, und dem Limbus der Kinder (Limbus infantium oder Limbus puerorum), der in der Tradition als Ort für die Seelen ungetauft gestorbener Kinder angesehen wurde.

  1. Vgl. Matthias Laarmann: Artikel Limbus patrum / Limbus puerorum. In: Lexikon des Mittelalters, 5. Jahrgang (1991), S. 1990 f.
  2. Patrick Toner: Limbo. In: The Catholic Encyclopedia. Volume 9. Verlag Robert Appleton Company, New York 1910 (englisch).