Logotherapie und Existenzanalyse
Logotherapie (von griechisch lógos „Sinn, Gehalt“) und Existenzanalyse bezeichnen als eng miteinander verwobene Begriffe eine anthropologische Theorie und psychologische Behandlungsform, deren Entstehung auf den österreichischen Neurologen, Psychiater und Holocaust-Überlebenden Viktor E. Frankl (1905–1997) zurückgeht.
Dieser begründete in den späten 1920er Jahren einen eigenständigen Ansatz, der in besonderer Weise die geistige Dimension des Menschen in den Blick nimmt und sein existenzielles Streben nach Sinn im Leben als dessen primäre Motivationskraft betrachtet. Neben der Psychoanalyse Sigmund Freuds und der Individualpsychologie Alfred Adlers wird die Logotherapie und Existenzanalyse vielfach auch als die „Dritte Wiener Schule der Psychotherapie“ bezeichnet. Paradigmatisch wird sie der Familie humanistisch-existenziell orientierter Verfahren zugeordnet.
- ↑ Vgl. auch Kurt Goldammer: Krankheitsdiagnose als Existenzanalyse in religiöser Bildsprache. In: Christa Habrich, Frank Marguth, Jörn Henning Wolf (Hrsg.) unter Mitarbeit von Renate Wittern: Medizinische Diagnostik in Geschichte und Gegenwart. Festschrift für Heinz Goerke zum sechzigsten Geburtstag. München 1978 (= Neue Münchner Beiträge zur Geschichte der Medizin und Naturwissenschaften: Medizinhistorische Reihe. Band 7/8), ISBN 3-87239-046-5, S. 145–162.
- ↑ Diese häufig zitierte Einordnung geht zurück auf Walter Soucek, der in seinem 1948 erschienenen Aufsatz Die Existenzanalyse Frankls, die dritte Richtung der Wiener psychotherapeutischen Schule. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift. 73, diesen Terminus erstmals prägte.
- ↑ J. Kriz: Grundkonzepte der Psychotherapie. Beltz, 2014, ISBN 978-3-621-28097-6.
- ↑ K. J. Schneider u. a.: The Handbook of Humanistic Psychology. Theory, Research, and Practice. Sage Publications, 2014, ISBN 978-1-4522-6774-6.