Lorenzenit
| Lorenzenit | |
|---|---|
| Lorenzenit aus Lowosero (Halbinsel Kola, Russland), ausgestellt in der terra mineralia, Freiberg | |
| Allgemeines und Klassifikation | |
| IMA-Symbol |
Lrz |
| Andere Namen |
Ramsayit |
| Chemische Formel | Na2Ti2[O3|Si2O6] |
| Mineralklasse (und ggf. Abteilung) |
Silikate und Germanate – Ketten- und Bandsilikate |
| System-Nummer nach Strunz (8. Aufl.) Lapis-Systematik (nach Strunz und Weiß) Strunz (9. Aufl.) Dana |
VIII/D.03 VIII/F.03-050 9.DB.10 65.01.06.01 |
| Kristallographische Daten | |
| Kristallsystem | orthorhombisch |
| Kristallklasse; Symbol | orthorhombisch-dipyramidal; 2/m2/m2/m |
| Raumgruppe | Pnca (Nr. 60, Stellung 3) |
| Gitterparameter | a = 14,49 Å; b = 8,71 Å; c = 5,23 Å |
| Formeleinheiten | Z = 4 |
| Physikalische Eigenschaften | |
| Mohshärte | 6 |
| Dichte (g/cm3) | gemessen: 3,42 bis 3,45; berechnet: 3,44 |
| Spaltbarkeit | deutlich nach {010} |
| Bruch; Tenazität | uneben; spröde |
| Farbe | hellbraunviolett, hellrosa bis malvenfarben, braun bis schwarz |
| Strichfarbe | weiß bis grau |
| Transparenz | durchsichtig bis undurchsichtig |
| Glanz | Glasglanz, Diamantglanz, Seidenglanz oder matt |
| Kristalloptik | |
| Brechungsindizes | nα = 1,910 bis 1,950 nβ = 2,010 bis 2,040 nγ = 2,030 bis 2,060 |
| Doppelbrechung | δ = 0,120 |
| Optischer Charakter | zweiachsig negativ |
| Weitere Eigenschaften | |
| Besondere Merkmale | hellgelbe bis mattgrüne Fluoreszenz unter kurzwelligem UV-Licht |
Lorenzenit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Silikate und Germanate“ mit der idealisierten, chemischen Zusammensetzung Na2Ti2[O3|Si2O6] und damit chemisch gesehen ein Natrium-Titan-Silikat. Als Fremdbeimengung kann auch ein geringer Anteil Niob, Eisen, Fluor und Zirconium enthalten sein. Strukturell gehört Lorenzenit zu den Ketten- und Bandsilikaten.
Lorenzenit kristallisiert im orthorhombischen Kristallsystem und entwickelt meist prismatische Kristalle mit dicktafeligem bis nadeligem Habitus, kommt aber auch in Form faseriger bis filziger oder lamellenförmiger Mineral-Aggregate vor. In reiner Form ist Lorenzenit farblos und durchsichtig. Durch vielfache Lichtbrechung aufgrund von Gitterbaufehlern oder polykristalliner Ausbildung kann er aber auch weiß erscheinen und durch Fremdbeimengungen eine hellbraunviolette, hellrosa bis malvenähnliche oder auch braune bis schwarze Farbe annehmen, wobei die Transparenz entsprechend bis zur völligen Undurchsichtigkeit abnehmen kann.