Lottenmühle (Weimar)
Die in der Paul-Schneider-Straße 3 befindliche Lottenmühle ist ein nach der Paul-Schneider-Straße in Weimar hin geöffneter Zweiseitenhof mit einem Erdgeschoß und einem Obergeschoss. Das Dachgeschoss wiederum hat mehrere Dachgaubenfenster, jedoch deutlich weniger Fenster als das Obergeschoss. Die dazugehörigen Wirtschaftsgebäude existieren nicht mehr.
Ihre ursprüngliche Funktion als Wassermühle hat diese schon längst nicht mehr, sondern beherbergt das Katholische Pfarramt der ihr gegenüberliegenden Herz-Jesu-Kirche. Im Bereich der Toiletten befinden sich noch einstige Mühlsteine. Das Gebäude liegt am mittlerweile verdolten Lottenbach, der die Mühle einst antrieb und ihr den Namen gab.
Seine ursprüngliche Errichtung liegt nicht in der Barockzeit, woraus sich das zum August-Frölich-Platz befindliche Portal leicht schließen ließe. Seine Ersterwähnung reicht in das Jahr 1378 zurück. 1551 kaufte der Weimarer Rat die Mühle und damit das Grundstück. 1756 erfolgte der Neubau des Gebäudes durch Sebald Tobias Stock, wie er sich im Wesentlichen noch heute erhalten hat. Der Bezug zum Müllerhandwerk ist durch das an dem Haus befindliche Wappen zu erkennen: Mit Zirkel und Lot und einem halben Stirnrad. Sie war eine Getreide- und Ölmühle. Durch den Verkauf der Mühle durch den Lottenmüller Adolph Knaut an die katholische Kirchengemeinde 1888 gelangte dessen Besitz in deren Hand, welche sie zu einem Pfarr- und Schulhaus umbaute. Als solches fungiert das Gebäude noch heute.
Der 1756 errichtete Neubau ist ein überputztes Muschelkalk-Travertingebäude mit Tür- und Fenstergewänden aus Buntsandstein. Das Barockportal besteht aus einem hellgrauen braungesprenkelten Sandstein, der vermutlich aus Berka stammt.
Dieses Gebäude ist in die Liste der Kulturdenkmale in Weimar aufgenommen worden.
- ↑ Hannelore Henze: Streifzüge durch das alte Weimar, unter Mitarbeit von Ilse-Sibylle Stapff, Weimar 2004, S. 32. ISBN 978-3-86160-156-2
- ↑ Axel Stefek: Weimar unterirdisch – Der Lottenbach und der Schützengraben als historische Stadtgewässer. In: Weimar–Jena: Die große Stadt. Band 4, Nr. 4. Vopelius, 2011, ISSN 1869-7895, S. 241–261, hier: S. 242 (Artikel online [PDF; 1,3 MB; abgerufen am 6. Januar 2020]). Abrufbar unter Artikelangebot bei Vopelius
- ↑ Johannes Cämmerer: Geschichte der Müllerfamile Cämmerer. 21. Februar 2013, S. 74?, oben und Mitte (rainer-doerry.de [PDF; 11,1 MB; abgerufen am 6. Januar 2020]): „Maria Elisabeth Stock ..., der Tochter von Sebald Tobias Stock, Bürger und Eigentumsbesitzer der Lottenmühle in Weimar“
- ↑ Gitta Günther, Wolfram Huschke, Walter Steiner (Hrsg.): Weimar – Lexikon zu Stadtgeschichte. Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1993, ISBN 3-7400-0807-5, S. 283 und 354.
- ↑ Gerd Seidel, Walter Steiner: Baustein und Bauwerk in Weimar (= Ständige Kommissionen Kultur der Stadtverordnetenversammlung Weimar und des Kreistages Weimar-Land in Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum Weimar (Hrsg.): Tradition und Gegenwart. Weimarer Schriften. Heft 32). Weimar 1988, ISBN 3-910053-08-4, S. 51 f.
- ↑ Denkmalliste der kreisfreien Stadt Weimar. (PDF) 15. Dezember 2017, S. 2, abgerufen am 6. Januar 2020 (Die Lottenmühle ist erfasst unter der Adresse „Paul-Schneider-Straße 1 - 21“).