Ludwig Müller-Uri

Ludwig Müller-Uri (* 4. September 1811 in Lauscha; † 7. November 1888 ebenda) war ein Thüringer Glasmacher, Kunstaugenbläser und Pionier der deutschen Augenprothetik (Glasauge), der Okularistik.

  1. Müller-Uri, Ludwig. In: Rudolf Vierhaus (Hrsg.): Deutsche Biographische Enzyklopädie. 2. Auflage. Menghin – Pötel. Walter de Gruyter, 2011, S. 292 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche): „Müller-Uri, Ludwig, bis 1872 Müller, Fabrikant, * 4.9.1811 Lauscha (Thüringen), † 7.11. 1888 Lauscha. Der gelernte Glasmacher arbeitete als Tier- und Puppenaugenhersteller in der väterlichen Werkstatt in Lauscha. Seit Beginn der dreißiger Jahre fertigte er künstliche Menschenaugen aus Beinglas an, die er zunächst im Auftrag eines Würzburger Mediziners herstellte und seit 1835 eigenständig auf den Markt brachte. Seit einem Fortbildungsaufenthalt in Paris 1849/50, wo seinerzeit die besten Augenprothesen gefertigt wurden, verwandte M.-U. für die Färbung der Iris gedrehte Stäbchen aus verschiedenfarbigem Drahtglas. Seine seit 1868 aus Fluornatrium- und Kryolithglas hergestellten künstlichen Augen konnten sich schon bald gegenüber ihrem französischen Vorbild behaupten und wurden auf internationalen Gewerbeausstellungen mehrfach ausgezeichnet.“