Luftkur

Die Luftkur (auch Freiluftkur, Luftliegekur, Freiluftliegekur oder Freiluft-Liegekur) ist eine Form der Klimatherapie, die ab dem 19. Jahrhundert längere Zeit als Standardtherapie bei Tuberkulose galt. Die Patienten lagen dabei mehrere Stunden täglich auf Liegestühlen im Freien oder in offenen Liegehallen. Die Luftkur wurde in speziellen Lungenheilstätten (Sanitoria) durchgeführt.

Ob die Luftkuren überhaupt eine heilende oder zumindest eine unterstützende Wirkung besaßen, war nie erwiesen. Mit Entdeckung der infektiösen Natur der Tuberkulose durch Robert Koch und mit Entwicklung der Antituberkulotika wurde die Luftkur nicht mehr als Therapieform angewendet. Viele Sanatorien schlossen oder wurden zu Hotels oder Erholungsheimen umgewandelt. Auf diese Form der Kur geht die Bezeichnung Luftkurort zurück, die in Deutschland von Kurorten geführt werden darf, deren Klima als besonders gesundheitsfördernd gilt.

  1. Petros C. Karakousis, Graham Mooney: Respiratory Isolation for Tuberculosis: A Historical Perspective. In: The Journal of Infectious Diseases. 2024, ISSN 0022-1899, doi:10.1093/infdis/jiae477 (oup.com).